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Werbung für PKK? Stadt Nürnberg lässt Öcalan-Bild abhängen | BR24

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EUmstrittene Abnahme eines Fotos aus einer Ausstellung im Nürnberger Südpunkt: Die Entfernung eines Fotos mit dem PKK-Chef führte zu Diskussion.

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Werbung für PKK? Stadt Nürnberg lässt Öcalan-Bild abhängen

Die Stadt Nürnberg hat ein Foto des PKK-Chefs Abdullah Öcalan aus einer Ausstellung entfernen lassen, nachdem sich das türkische Generalkonsulat eingeschaltet hatte. Das sorgt nun für Diskussionen. Die Fotografin zeigt sich schockiert.

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Ein aus einer Ausstellung entferntes Bild des Chefs der Arbeiterpartei Kurdistans PKK, Abdullah Öcalan, sorgt in Nürnberg für Diskussionen. Die Stadt Nürnberg hatte das Bild nach eigenen Angaben Anfang der Woche aus einer Foto-Schau im städtischen Kulturzentrum Südpunkt abhängen lassen – nach Kritik durch das türkische Generalkonsulat.

Türkische Generalkonsulat wendet sich an OB

Das Foto der französischen Journalistin und Künstlerin Laurence Grangien zeigt eine Frau mit einem Maschinengewehr in einem Büro im nordsyrischen Rojava. Auf dem Schreibtisch und groß an der Wand sind Portraits von Abdullah Öcalan zu sehen.

Wie das türkische Generalkonsulat schriftlich mitgeteilt hat, hat das Konsultat gegenüber dem Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly seine Besorgnis darüber geäußert, "dass es sich bei dieser Ausstellung weniger um eine künstlerische Veranstaltung als um die Verherrlichung einer Terrororganisation des in Haft sitzenden Führers der PKK/YPG handelt." Die Ausstellung enthalte Symbole, "die auch von Deutschland als 'verbotene Symbole' eingestuft werden und sowohl in der türkischen Community in Nürnberg wie auch in Nordbayern für Empörung gesorgt haben“, heißt es weiter.

Alltag in umkämpften Gebiet zeigen

"Ich war richtig schockiert", erklärte Fotografin Laurence Grangien dem Bayerischen Rundfunk. "Warum musste dieses Bild weg? Ich mache Werbung für die PKK? Das stimmt überhaupt nicht. Ich bin nur die Stimme der Menschen und sonst nichts." Grangien will mit ihrer Fotoausstellung im Südpunkt den Alltag der Menschen im umkämpften Gebiet Rojava in Nordsyrien zeigen, vor dem militärischen Eingreifen der Türkei.

Schutz vor juristischen Schritten

Der Südpunkt hatte das Büro-Bild mit Öcalan selbst auf seiner Facebook-Seite gepostet, um Werbung für die Ausstellung zu machen. Danach hatten sich viele Nutzer, vor allem aus der türkischen Gemeinde über das Bild beschwert. Die Stadt Nürnberg entschied sich nach Rücksprache mit ihrem Rechtsreferat und der Staatsanwaltschaft für die Abnahme des Bildes – auch um ihre Mitarbeiter vor möglichen juristischen Schritten zu schützen, so Bürgermeisteramts-Leiterin Christine Schüßler.

PKK in Deutschland seit 1993 verboten

Problematisch sei demnach vor allem die Bildkomposition mit der bewaffneten Frau und den Öcalan-Portraits. Die PKK ist in Deutschland seit 1993 verboten. Seitdem dürfen auch, etwa bei Demonstrationen, keine Bilder des PKK-Chefs mehr gezeigt werden. Generell ist es seit 1993 verboten, den PKK-Chef Öcalan zu zeigen. Wer ein Bild von ihm in Sozialen Medien weiterleitet, postet oder teilt, riskiert sich strafbar zu machen.