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Wer zahlt für Wanderwege in den Alpen? | BR24

© DAV / Hans Herbig
Bildrechte: DAV / Hans Herbig

Wanderweg im Chiemgau

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    Wer zahlt für Wanderwege in den Alpen?

    Am Schliersee zahlen Gäste zwei Euro Kurtaxe, auch für Übernachtungen auf den Hütten. Die Instandhaltung der Wanderwege zahlt aber der Alpenverein, der von der Kurtaxe nichts bekommt. Seit drei Jahren wird jetzt deshalb schon gestritten.

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    Von
    • Julia Haas
    • Georg Bayerle

    Gut gepflegte Wanderwege und Steige sind für die Bergsteiger, die zwischen Watzmann und Zugspitze unterwegs sind eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch ohne ständige Instandhaltungsmaßnahmen, die viel Arbeit und Geld kosten, wären diese Wege schnell unbenutzbar - und eine Gefahr für Wanderer und Bergsteiger. Doch wer zahlt für den Unterhalt tausender Kilometer Wanderwege zwischen Watzmann und Zugspitze? An dieser Frage hat sich ein Streit zwischen der Gemeinde Schliersee und der Sektion München des Deutschen Alpenvereins (DAV) entwickelt.

    Alpenverein fühlt sich benachteiligt

    Der Alpenverein wehrt sich dagegen, dass seine Mitglieder in der Gemeinde Schliersee einen Kurbeitrag von zwei Euro pro Übernachtung bezahlen müssen. Er meint, durch die 8000 Euro, die der Alpenverein jedes Jahr für den Unterhalt der Wege im Spitzinggebiet ausgibt, seien die Kurbeiträge für die Übernachtungsgäste auf seinen Hütten ausgeglichen.

    Diskussion um Unterhalt der Wanderwege noch nie so eskaliert

    Diskussionen um die Wanderwege gab es schon immer. So schlimm wie am Schliersee sei es laut Alpenverein noch nirgends eskaliert. Auf 15.000 Kilometer zwischen Berchtesgaden und dem Alllgäu ist der Alpenverein für den Erhalt und die Pflege der Wege zuständig. In Bayern bringen Ehrenamtliche des Alpenvereins dafür im Jahr 25.000 Arbeitsstunden auf. Dazu kommt noch eine halbe Million Euro für Reparaturkosten. Die werden zu einem großen Teil aus Mitgliedsbeiträgen finanziert.

    Wanderwege erhalten ist teuer

    Die Sektion München zahlt für den Erhalt der Wanderwege am Spitzingsee beispielsweise 8.000 Euro jährlich. Laut DAV sei der Erhalt des Wegenetzes eine große Leistung für die Allgemeinheit. Und sehr oft klappt die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Alpenverein, wie z.B. in Kreuth am Tegernsee oder im benachbarten Tirol, sehr gut.

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