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Wer jetzt über die Liste in den Landtag einzieht | BR24

© dpa-Bildfunk

Maximilianeum in München

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    Wer jetzt über die Liste in den Landtag einzieht

    Das Gesamtstimmenergebnis wurde schon in der Wahlnacht veröffentlicht. Jetzt steht auch fest, welche Kandidatinnen und Kandidaten über die Liste in den Landtag einziehen. Ein paar Überraschungen gab es.

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    In Bayern gibt man seine Zweitstimme nicht einfach für eine von den Parteien bestimmte Liste ab. Wählerinnen und Wähler können direkt für einzelne Abgeordnete stimmen und dadurch Einfluss auf die Listenreihung nehmen. Jetzt sind auch die Listen ausgezählt. Ein paar Abgeordnete haben es nur in den Landtag geschafft, weil sie von den Wählern auf der Liste nach oben gewählt wurden.

    Niederbayern

    Neben den neun direkt gewählten CSU-Kandidaten ziehen zwölf über die Liste gewählte Abgeordnete aus Niederbayern in den Landtag ein. Der Vorsitzende der Freien Wähler Hubert Aiwanger ist der Zweitstimmen-König in Niederbayern. 80.000 Wähler stimmten auf der Liste für ihn. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Christian Flisek aus Passau wurde auf der SPD-Liste zwei Plätze nach oben gewählt und zieht in den Landtag ein. Für die FDP wurde Alexander Muthmann gewählt. Muthmann war bis 2008 Landrat in Freyung-Grafenau. Seitdem sitzt er im Landtag - bis vor gut einem Jahr für die Freien Wähler, dann wechselte er zur FDP.

    Oberpfalz

    Acht Direktkandidaten der CSU ziehen in den Landtag ein. Dazu kommen zehn weitere Abgeordnete. Große Überraschungen gab es in der Oberpfalz nicht. Abgeordnete mehrerer Parteien wurden auf der Liste einen Platz nach oben gewählt und schaffen es deshalb in den Landtag. Die meisten Zweitstimmen holte Albert Füracker von der CSU (fast 94.000), der auch ein Direktmandat errang. Für die AfD zieht u.a. Roland Magerl aus Weiden in den Landtag ein. Ihm werden Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen vorgeworfen. Auf einer Veranstaltung trug er das T-Shirt einer rechtsextremen Modemarke.

    Oberfranken

    Alle acht Direktmandate gingen an die CSU, über die Liste ziehen zehn Abgeordnete in den Landtag ein. Am meisten Stimmen erhielt Melanie Huml von der CSU (139.000). Große Überraschungen sind ausgeblieben. Der bisherige Coburger Landrat Michael Busch zieht für die SPD in den Landtag ein. Bei der AfD wurde Jan Schiffers aus Bamberg zwei Plätze hoch gewählt und wird ebenfalls Abgeordneter.

    Unterfranken

    Die bisherige Landtagspräsidentin Barbara Stamm holte für die CSU mit 194.500 Stimmen das beste Zweitstimmenergebnis. Im Landtag sitzt sie trotzdem nicht mehr, da die CSU so viele Direktmandate holte, dass ihr nach dem Gesamtstimmenergebnis keine Listenplätze mehr zustehen. Paul Knoblach aus Bergrheinfeld ist für die Grünen auf dem aussichtslosen zwölften Platz angetreten und wurde auf den dritten Platz gewählt. Er zieht ebenso in den Landtag ein wie Anna Stolz von den Freien Wählern, die drei Plätze gut gemacht hat. Georg Rosenthal, der frühere Würzburger Oberbürgermeister, schafften den Sprung ins Parlament nicht mehr.

    Mittelfranken

    Ministerpräsident Markus Söder hat mit 256.000 am meisten Zweitstimmen geholt. Die Listenreihung ist in den meisten Fällen so geblieben wie von den Parteien vorgeschlagen. Bei der SPD hat Stefan Schuster zwei Plätze gut gemacht und ein Landtagsmandat geholt.

    Schwaben

    Am meisten Zweitstimmen hat Thomas Kreuzer von der CSU erhalten. Ein sehr gutes Ergebnis erzielte der frühere TV-Richter Alexander Hold von den Freien Wählern. Er bekam über 50.000 Zweitstimmen. Cemal Bozoglu von den Grünen und Christoph Maier von der AfD machten auf ihren Listen jeweils mehrere Plätze gut und ziehen in den Landtag ein.

    Oberbayern

    Laut Landeswahlleiter stellt die CSU 26 Abgeordnete, sie ziehen alle über Direktmandate in den Landtag ein. Absolute Stimmen-Königin ist Ilse Aigner. Sie holte 437.203 Zweitstimmen.

    Thomas Goppel, früherer Wissenschaftsminister und Ur-Gestein der Christsozialen, scheidet nach 44 Jahren aus dem Landtag aus. Er hatte nur über die Liste kandidiert. Auch der frühere CSU-Bildungsminister Ludwig Spaenle wird dem Landtag nicht mehr als Abgeordneter angehören. Er war fast auf den Tag genau 24 Jahre lang dort vertreten. Nun verlor er in seinem Stimmbezirk München-Schwabing das Direktmandat an den Grünen Christian Hierneis. Über die Liste kann er nicht mehr in den Landtag einziehen, weil sämtliche CSU-Sitze mit Direktkandidaten besetzt werden. Knapp war es im Münchner Stimmbezirk Moosach. Dort trennten gerade mal 78 Stimmen oder 0,1 Prozent den grünen Herausforderer von der CSU-Direktkandidatin. Schließlich musste sich Mechthilde Wittmann geschlagen geben.

    Ein sehr gutes Ergebnis erzielte Katharina Schulze von den Grünen. Sie erhielt 214.685 Zweitstimmen. Sie wurde in ihrem Stimmkreis München-Milbertshofen direkt in den Landtag gewählt. Direktmandate für die Grünen holten auch Ludwig Hartmann, Gülseren Demirel, Christian Hierneis und Benjamin Adjei. Insgesamt holten die Grünen 17 Sitze.

    Die anderen Parteien stellen ihre Kandidaten ausschließlich über die Liste. Die SPD stellt sieben, die Freien Wähler acht, die FDP fünf und die AfD sechs Abgeordnete. Isabell Zacharias und Martin Güll von der SPD haben den Einzug in den Landtag knapp verpasst. Wolfgang Heubisch von der FDP zieht nach einer Pause wieder in den bayerischen Landtag ein, und Ex-„Focus“-Chef Helmut Markwort hat es zum ersten Mal geschafft. Weil er der älteste Abgeordnete ist, wird er Alterspräsident. In dieser Funktion wird er die erste Sitzung des Parlaments so lange leiten, bis der Landtagspräsident gewählt ist. Sepp Dürr von den Grünen hat es nicht geschafft, er war nur über die Liste angetreten. Münchens früherer dritter Bürgermeister Hep Monatzeder von den Grünen ist über die Liste eingezogen.

    Gut ein Viertel der Abgeordneten sind Frauen

    Von insgesamt 205 Abgeordneten im neuen bayerischen Landtag sind 55 Frauen - das entspricht 26,8 Prozent.

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    Autor
    • Johannes Berthoud
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