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Wer hat Platz für den Familienzirkus ohne Winterquartier? | BR24

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Die Corona-Krise setzt auch der Zirkusfamilie Frank zu - sie sind auf der verzweifelten Suche nach einem Winterquartier.

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Wer hat Platz für den Familienzirkus ohne Winterquartier?

Stellplatz verzweifelt gesucht: Die Zirkusfamilie Frank verbringt den Winter eigentlich immer in Crailsheim. Doch Corona hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt steht die Familie mit vier Kindern und vielen Tieren auf der Straße.

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Von
  • Judith Zacher

Die Kinder der Zirkusfamilie Frank trainieren zur Zeit draußen, trotz Schnee und Kälte – und das, obwohl sie gerade nicht auftreten. Seit neun Generationen sind die Franks eine Zirkusfamilie und das regelmäßige Training fester Bestandteil des Alltags. Jeden Tag wird geübt, Hula-Hoop und Jonglieren – dabei ist die Manege längst abgebaut. Das Training findet deshalb draußen statt, in Schnee und Kälte.

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Ein paar Enten, Hasen, Ponys, Hunde und ein Kamel: Das ist der tierische Bestand des Circus Madagascar. Dazu kommen eine Familie mit vier Kindern, die nun dringend einen Stellplatz, denn Corona hat ihre Pläne zunichte gemacht.

Der Plan: Überwintern in Crailsheim

Ende Oktober hat der Zirkus Madagascar seine letzte Vorstellung in Dillingen gegeben. Der Plan für den Winter war eigentlich festgelegt. Seit 16 Jahren verbringt die Familie den Winter in Crailsheim und das war auch für dieses Jahr so gedacht. Vorgesehen waren ein paar Aufführungen für einen Stellplatz im Gegenzug. Doch wegen Corona fallen alle Aufführungen aus – und damit auch die Einnahmen. Seit Oktober fehlten der Familie die Einkünfte, erklärt Vater und Zirkusdirektor Wolfgang Frank.

Wegen Corona: Neues Winterquartier gesucht

Das Problem: Die Ausgaben bleiben trotzdem, wie beispielsweise für Versicherungen und Strom, aber vor allem für die Tiere. Rund 30 Stück sind es: Hunde, Enten, Hasen, Pony und Ali, das Kamel – sie alle wollen verköstigt und gepflegt werden. Untergebracht sind sie aktuell auf einer Wiese von Privatleuten. Wasser kommt kostenlos von den Nachbarn – ein Arrangement, das ursprünglich nur für die Zeit der Auftritte angedacht war. Deshalb steht der Familienzirkus jetzt eigentlich auf der Straße.

Keine Soforthilfe vom Staat bekommen

Finanzielle Soforthilfe vom Staat hat der Zirkus nicht erhalten und auch keinen Zuschuss für Einbußen durch die neuesten Kontaktbeschränkungen. Noch viel dringender braucht die Familie jetzt aber ein Winterquartier. Wichtig sei, dass neben den Wohnwagen auch die Tiere Platz finden, so Wolfgang Frank. "Wir sind jeden Tag bei unseren Tieren, das geht nur so." Ob es sich dabei um eine Wiese oder einen Schotterplatz handelt, sei egal. Nach neun Generationen als Zirkusfamilie hoffen die Franks, dass sie auch diesen schwierigen Winter überleben. Wer ernsthafte Hilfe anbieten kann: Kontaktaufnahme unter 0163/9097619.

Viele hilfsbereite Reaktionen - noch keine Lösung

Auch durch die Berichterstattung im BR hat die Zirkusfamilie Frank inzwischen sehr viele Futter- und Einstreu-Spenden bekommen. Dafür sind sie sehr dankbar. Auch über 20 Platzangebote gab es. Allerdings lagen die bislang zu weit weg. Leipzig, Kassel oder andere Orte, die mehrere hundert Kilometer entfernt liegen, seien nicht erreichbar, weil die Zugfahrzeuge nur 25 km/h schnell fahren. Solche Reisen seien den Tieren nicht zuzumuten, so die Familie Frank.

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  • Judith Zacher
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