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Wer darf aufmachen, wer nicht? Ärger um Geschäftsöffnungen | BR24

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    Wer darf aufmachen, wer nicht? Ärger um Geschäftsöffnungen

    Ab dem 27. April sollen in Bayern nach der Corona-Krise die ersten Geschäfte wieder öffnen dürfen. Doch nur solche, die weniger als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Die Regelungen sorgen für Unmut.

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    Von
    • Julia Demel

    Der Handelsverband Bayern ist nicht zufrieden mit den Lockerungsmaßnahmen für den Einzelhandel. Der Bezirksgeschäftsführer für Mittelfranken, Uwe Werner, sagte im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, die Händler seien enttäuscht bis verärgert, dass die Geschäfte in Bayern noch eine Woche länger als in den anderen Bundesländern geschlossen bleiben. Vor allem in den Randgebieten könne es so zu Wettbewerbsverzerrungen kommen.

    Ärger um die Grenze von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche

    Besonders kritisierte er auch die Regelung, dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von über 800 Quadratmetern noch über den 27. April hinaus geschlossen bleiben müssen. Diese Grenze sei willkürlich gewählt und in großen Geschäften ließen sich die Sicherheitsstandards mindestens genauso gut umsetzen wie in kleinen. Außerdem schade diese Regelung auch den kleineren Geschäften vor allem in den teuren Innenstadtlagen, denn ohne die großen Magneten und Kaufhäuser könnten sie auch nicht mit einer angemessenen Kundenfrequenz rechnen.

    Absperrungen wie in anderen Bundesländern nicht erlaubt

    Die 800 Quadratmeter-Regel gilt bundesweit, allerdings wollen andere Bundesländer größeren Geschäften erlauben, mit Absperrungen die Verkaufsfläche zu reduzieren und so trotzdem zu öffnen. Uwe Werner vom Handelsverband kritisiert, dass "Bayern hier nicht mitzieht. Das ist auch eine Wettbewerbsverzerrung, denn die großen Läden, haben zu und vielen steht mittlerweile schon, egal ob groß oder klein, das Wasser bis zum Hals.“

    Shoppingcenter besonders betroffen

    Für Shoppingcenter gilt zudem, dass auch ab kommender Woche nur Geschäfte des täglichen Bedarfs öffnen dürfen, also Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken - so wie bisher auch. Alle anderen Geschäfte bleiben geschlossen, unabhängig von ihrer Verkaufsfläche. Damit ändert sich in den Shoppingcentern de facto erstmal nichts. Eine Sonderregel gilt für Buchhandlungen. Sie dürfen ab dem 27. April öffnen, unabhängig von der Ladengröße.