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Wenn volle Schulbusse das Abstandhalten unmöglich machen | BR24

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An der Landkreisgrenze zwischen Augsburg und Günzburg gibt's einen Schulbus, der schon überfüllt ist, wenn er im Lkr. Augsburg mit 90 Kindern losfährt.

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Wenn volle Schulbusse das Abstandhalten unmöglich machen

In vielen Regionen im Freistaat sind Schulbusse regelmäßig hoffnungslos überfüllt, wie zum Beispiel im schwäbischen Thannhausen. Masken sind zwar Pflicht, aber Abstandhalten ist unmöglich – Eltern protestieren.

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Von
  • Anna Klein
  • Peter Allgaier
  • BR24 Redaktion

Die Buslinie 832 an einem ganz normalen Montag: Der Schulbus ist bereits überfüllt, wenn er im Landkreis Augsburg mit 90 Kindern losfährt zur Schule im Landkreis Günzburg. Dort steigen dann noch weitere Kinder zu. Das Gedränge ist groß, weil es überwiegend Stehplätze gibt, müssen die Schüler sehr nah zusammenrücken. Für Fünftklässlerin Hannah ist das jetzt Alltag: "Ich finde das nicht so toll, weil man die Maske tragen muss und es ist heiß darunter und eigentlich macht es gar keinen Sinn: Wir halten ja gar keinen Abstand."

90 Kinder, 30 Minuten Fahrt, kein Abstand

Wie soll das auch gehen, in einem übervollen Schulbus. Und das obwohl die Fahrt fast eine halbe Stunde dauert. Aufnahmen belegen, wie eng es in dem Bus zugehen kann. Die Eltern sind alarmiert. Verantwortlich dafür, was im Bus passiert, sei das Busunternehmen, sagen sie, und letztendlich dessen Fahrer. Doch der kann während der Fahrt kaum auf die Einhaltung des Mindestabstands pochen, sagt Josef Brandner vom Verband Mittelschwäbischer Kraftfahrzeuglinien.

Fahrer können nicht auf Abstand pochen

"Was tut der Fahrer, wenn er während der Fahrt fünf Meter hinter sich jemand ohne Maske sieht? Er tut sich schwer, das durchzusetzen. Wir haben die Situation auch unter dem Aspekt des obersten Haushaltsgebots der Wirtschaftlichkeit und der Sparsamkeit, dass wir die im Bus vorhandenen Sitz- und Stehplätze mit nutzen."

Landratsamt prüft Fahrgastzahlen

Mit wie vielen Plätzen und in welchem Takt gefahren wird, das regelt eigentlich das Landratsamt Augsburg. Doch weil Bus Nr. 832 über die Landkreisgrenze fährt, waren die Beschwerden der Schülereltern dort abgeblitzt. Abhilfe schafft jetzt der Nachbarlandkreis, so der ÖPNV-Beauftragte des Landratsamts Günzburg, Christoph Langer: "Wir haben in den letzten Tagen kontrolliert und haben einen Bus festgestellt, der gerade zur Mittagszeit zu voll ist."

Verlängerte Buslinie soll Abhilfe schaffen

In dem Fall werde Abhilfe geschaffen, so Langer, eine Buslinie soll verlängert werden und zusätzlich dieselben Orte anfahren, "so dass man die Schüler ein bisschen umverteilen kann, so dass wir den Bus, der derzeit so voll ist, weil er auch relativ viele Stehplätze hat, ein wenig entlasten können."

Bis zu den Herbstferien kann Schülerin Hannah vorerst die zusätzliche Linie nutzen - mit längerer Fahrzeit, aber weniger Gedränge. Für die Zeit danach wollen sich Landratsämter und Busunternehmen noch einmal beraten.

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