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Wenn's bei der Feuerwehr brennt... | BR24

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    Wenn's bei der Feuerwehr brennt...

    Ein Millionenschaden ist vor zwei Wochen bei einem Brand der Feuerwehr in München-Freimann entstanden. Der Schaden ist auch so hoch, weil es im Gebäude keine Rauchmelder gab. Judith Zacher, Andrea Trübenbacher,Eva Kunzmann, Beate Mangold und Tom Pösl

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    Auch in Schwaben sind nur wenige Freiwillige Feuerwehren mit Brandmeldeanlagen ausgestattet. Der Grund: Es gibt keine Verpflichtung dafür, und bisher gab es nur selten Brände. Eine Nachrüstung würde meist rund 50.000 Euro kosten. Während bis Jahresende Rauchmelder in Privathäusern zur Pflicht werden, gilt dies laut Frank Schmidt vom schwäbischen Feuerwehrverband für die meisten Sonderbauten nicht.

    "Interessanterweise fällt da noch nicht einmal ein Hotel oder eine Pension oder so etwas darunter, weil das alles Sonderbauten sind, und Sonderbauten sind von dieser Nachrüstpflicht ausgenommen. Auch zum Beispiel ein Behindertenwohnheim: Wenn jetzt Regens-Wagner so eine Außenwohngruppe macht, die mieten ein ganz normales Wohnhaus. Dann ist das baurechtlich ein Sonderbau." Frank Schmidt vom schwäbischen Feuerwehrverband

    Frank Schmidt bezeichnet den Zustand des Brandschutzes in den meisten Freiwilligen Feuerwehren in der Region als Altlasten. Dabei sei das Brandrisiko mittlerweile deutlich gestiegen. Der Grund dafür sind die modernen Feuerwehrautos. Um die Technik an Bord immer einsatzbereit zu halten, hängen diese immer am Strom.

    380.000 Euro für ein Fahrzeug

    Für Frank Schmidt gibt es nur zwei Gründe, um eine Brandmeldeanlage einzubauen: Den Schutz von Sachwerten und den Schutz von Menschenleben. Da in den Häusern der Freiwilligen Feuerwehren normalerweise niemand übernachtet, sind Menschenleben eher nicht in Gefahr. Die Sachwerte sind aber umso größer.

    Das weiß auch Alexander Lang von der Freiwilligen Feuerwehr in Nordendorf im Landkreis Augsburg: "In den Fahrzeugen sind hydraulische Rettungsgeräte für Verkehrsunfälle, Atemschutzgeräte, Wärmebildkameras und so weiter, also zum Brand löschen wie auch technische Hilfeleistung. Es sind große Trennschleifer drin. Mit Ausrüstung, mit Fahrzeug sind wir bei circa 380.000 Euro."

    Die Freiwillige Feuerwehr Nordendorf ist für eine Gemeinde mit 2.500 Einwohnern zuständig, ein Stück der Bundesstraße B2, eine Bahnlinie und den Bereich der Verwaltungsgemeinschaft. Eine Brandmeldeanlage in ihrem eigenen Feuerwehrhaus hat sie nicht. Auch im Landkreis Dillingen, dem Einsatzgebiet von Frank Schmidt, hat nur das relativ neue Feuerwehrhaus von Höchstädt eine Brandmeldeanlage. Bei allen anderen kann schnell ein Millionenschaden entstehen.

    Brand in Buxheim zeigt Folgen

    Wie verheerend das sein kann, hat zum Beispiel auch die Gemeinde Buxheim im Unterallgäu gemerkt. Dort brannte es am Ostermontag 2016 im Feuerwehrhaus. Auch dort gab es keine Brandmeldeanlage. Zwei Löschfahrzeuge, Schutzanzüge, Helme und Atemschutzgeräte fielen den Flammen zum Opfer. Auch das Feuerwehrhaus nahm schweren Schaden und musste abgerissen werden. Durch Spenden wurden bereits zahlreiche Ausrüstungsgegenstände ersetzt, für den mit 2,5 Millionen Euro veranschlagten Neubau im Gewerbegebiet begannen gerade die Vorarbeiten.

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