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Wenn Förster zu Müllmännern werden | BR24

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Illegale Müllentsorgung wird ein immer größeres Problem. Ganze Küchen oder Kleiderschränke finden die Mitarbeiter vom Forstbetrieb Bayerische Staatsforsten bei Kontrollgängen in Nürnberg.

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Wenn Förster zu Müllmännern werden

Nürnbergs Wälder werden ständig als Orte zur illegalen Müllentsorgung missbraucht: Kaputte Kleiderschränke, Asbest-Platten, ausgediente Waschmaschinen. Die Förster vom Betrieb Bayerische Staatsforsten finden alles Mögliche auf ihren Kontrollgängen.

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24.000 Hektar Wald betreut der Forstbetrieb Bayerische Staatsforsten. "Was heute ein einzelnes Revier ist, das war früher ein eigenes Forstamt", stellt der stellvertretende Forstbetriebsleiter Heiko Stölzner fest. Dementsprechend hoch ist der Aufwand jedes einzelnen Försters, die Wälder vom Müll zu befreien.

Die Wälder in und um Nürnberg sind permanent stark verschmutzt: Durch die Nähe zur Stadt und die dichte Besiedlung haben die Förster dort mehr zu tun, als Kollegen in anderen Bezirken.

Illegale Müllentsorgung – kein Kavaliersdelikt

Stölzner befindet sich heute wieder auf einem seiner Kontrollgänge. Die erste Station: Das Forst-Revier bei Feucht, an der A9 nähe Regensburger Straße. Obwohl er recht tief in den Wald gefahren ist, entdeckt er einen Müllhaufen. Kastanienbraune lange Bretter, weiße verschraubte Zwischenböden. Die Überreste eines alten Kleiderschranks liegen im Grün des Waldes verstreut. Stölzner ist entsetzt. Die Leute nutzten die Erschließung des Waldes durch Waldwege aus, sie könnten mit ihrem Anhänger herfahren und parken.

"Sie sind hier ungestört und versteckt. Das ist ein Wahnsinn, das tut einem in der Seele weh." Heiko Stölzner, Förster

Der Förster versteht das nicht. Sperrholz könne kostenlos beim Recyclinghof abgegeben werden. Das hier sei aber kein Kavaliersdelikt, sondern eine Umweltstraftat, etwa 500 Euro Bußgeld könnten anfallen.

Hausrat im Wald keine Seltenheit

Solche Abfallansammlungen kämen häufig vor. Erst vor einer Woche musste Stölzner eine komplette Kücheneinrichtung aus einem benachbarten Waldstück schaffen. Sowas müsse schnell gehen, da sonst aus kleinen Haufen große Berge werden. Denn es ist wie bei der Entsorgung von Weihnachtsbäumen: Liegt einer irgendwo herum, sehen andere es als erlaubt an, ihren dazu zu werfen.

Nur ein paar hundert Meter entfernt stößt Heiko Stölzner auf den nächsten Müllhaufen: Wellplatten aus Asbest. Sauber gestapelt, nur ein paar Meter abseits des Waldwegs zwischen Bäumen abgelegt. Das Problem dabei: Das ist Sondermüll, der sich nur schwer in der Natur zersetzt und für die Natur sehr belastend ist.

Entsorgungsaktion in Wald bei Altenfurt

Während Heiko Stölzner seinen Kontrollgang durchführt, sind seine Kollegen mit einer Müllentsorgungsaktion in einem Waldstück bei Altenfurt beschäftigt. Das gilt als besonderes Problemgebiet. Mit Greifzange und Müllbeuteln forsten sie den Wald nach kleinem Müll ab. Aber sie finden alles Mögliche, auch größeren Schrott. Den Pfosten eines umgefahrenen Straßenschilds, alte Reifen und Felgen, leere Kanister. Mit der Aktion heute ist Stölzner aber zufrieden: "Wir waren erfolgreich heute, wir haben in kürzester Zeit einen ganzen Anhänger voll Müll gesammelt.“"

Seine Kollegen werfen die letzten Säcke in den Hänger und bringen den Müll zur Entsorgungsstation. Ein Schritt, den jeder Bürger eigentlich selbst machen könnte. Stölzner hofft, dass sie ihn in Zukunft unterstützen und ihren Müll verantwortungsvoll entsorgen. Denn Aktionen wie heute, könnten sie eigentlich jede Woche durchführen.

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Nürnbergs Wälder werden ständig als Ort der illegalen Müllentsorgung missbraucht: Kaputte Kleiderschränke, Asbest-Platten, ausgediente Waschmaschinen. Die Förster vom Betrieb Bayerische Staatsforsten finden alles Mögliche auf ihren Kontrollgängen.