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Wenn Eltern nicht mehr Autofahren sollten | BR24

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Der Führerschein bedeutet für alle, die ihn haben, Mobilität und Selbständigkeit. Vor allem im ländlichen Raum sind wir darauf angewiesen. Aber wie ist das im Alter?

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Wenn Eltern nicht mehr Autofahren sollten

Für Senioren ist neben der Gesundheit die Mobilität das Wichtigste, dies hat eine Umfrage von BR24 ergeben. Doch viele fahren im Alter nicht sicher. Wie bringe ich in diesem Fall meine Eltern dazu, den Führerschein abzugeben? BR24 gibt Tipps.

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Kein Auto mehr zu haben, bedeutet für viele nicht mehr dazu zu gehören, die Selbständigkeit zu verlieren, wirklich alt zu sein. Denn für Senioren ist - neben ihrer Gesundheit nichts so wichtig, wie mobil zu sein. Das hat eine nicht-repräsentative BR24-Umfrage ergeben.

Bei aller Sorge: Feingefühl ist wichtig

Oft machen sich die Kinder Sorgen, wenn der Vater oder die Mutter alt werden und immer noch mit dem Auto unterwegs sind. "Das anzusprechen, ist eine heikle Angelegenheit", sagt Psychologin Maria Wagner. Denn dann kommt es zum Rollentausch: Die Kinder sagen den Eltern, was sie zu tun haben. Dabei wollen die Eltern autonom bleiben.

Die Entscheidung haben am Ende die Senioren selbst

"Die besorgten Kinder müssen immer daran denken: Was bedeutet ihren Eltern das Autofahren? Was nimmt man ihnen da weg?" Die Münchener Psychologin rät: Erstens eine konkrete Gefahrensituation mit dem Auto skizzieren, zweitens konkret seine Gefühle beschreiben und Sorgen ausdrücken, drittens seine Bitte äußern. Entscheiden müssen es dann am Ende der Vater oder die Mutter selbst.

Holen Sie sich Hilfe von außen

Beziehen Sie den Hausarzt mit ein. Oft wird ihm als Autorität noch eher zugehört und Vertrauen geschenkt. Natürlich kann auch er das Autofahren nicht verbieten, sondern nur warnen und Empfehlungen aussprechen.

"Wenn sein Patient in einem gefährlichen Gesundheitszustand ist, sollte der Arzt gesetzlich verpflichtet werden, dies der Führerscheinbehörde zu melden", fordert Peter Schall, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Bayern. "Das wäre im Interesse der Verkehrssicherheit und zum Schutz von Unschuldigen einfach notwendig." Auch wenn man körperlich so stark eingeschränkt ist, dass zum Beispiel der Schulterblick nicht mehr möglich ist, sollte man nicht mehr Auto fahren, sagt Schall.

In Deutschland sind Fahrtests im Alter freiwillig

Übrigens: Nur in Deutschland wird die Fahrtüchtigkeit im Alter freiwillig getestet – zum Beispiel bei der Verkehrswacht oder dem ADAC. In anderen EU-Ländern wie Dänemark, Schweden und den Niederlanden müssen Menschen ab 70 Jahren zum Fahrtest, in Spanien müssen Autofahrer schon ab 65 Jahren zum Gesundheitscheck.

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radioWelt

Von
  • Katrin Bohlmann
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