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Wenn die Elektroautos kommen: Schafft es das Stromnetz? | BR24

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Zwei Elektroautos an einer Ladestation.

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    Wenn die Elektroautos kommen: Schafft es das Stromnetz?

    Von knapp acht Millionen Pkw werde im Moment etwa 13.000 elektrisch betrieben. Das fällt kaum ins Gewicht. Was ist aber, wenn die Elektromobilität tatsächlich Fahrt aufnimmt? Gehen dann die Stromnetze in die Knie?

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    Der Energiebranche macht der mögliche Stromverbrauch von Elektroautos keine Angst. Der Vorsitzende des Verbands der bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW), Wolfgang Brandl, rechnet vor: „Wenn deutschlandweit eine Million Elektrofahrzeuge betrieben würden, steigt der Gesamtstromverbrauch um 0,5 Prozent. Also wir haben mit Sicherheit kein Mengenproblem.“

    Mit Stromtankstellen in Städten ist kein Geld verdient

    Im Gegenteil: Bisher sind viele Stromtankstellen in den bayerischen Städten die meiste Zeit verwaist.

    "Wir Energieunternehmen sind in Vorleistung gegangen. Die Stadtwerke Eichstätt zum Beispiel haben vier Ladesäulen errichtet und geben den Strom derzeit sogar kostenlos ab, einfach um einen Anschub für die Elektromobilität zu liefern." Wolfgang Brandl, Chef von VBEW und Stadtwerke Eichstätt

    Solche Ladesäulen in Städten werden womöglich nie wirtschaftlich werden, so die Einschätzung des Branchenverbands. Man müsse sie aber anbieten, damit die Elektromobilität eine Chance hat.

    "Man muss dann die Elektromobilität im Ganzen sehen und darf das dann nicht auf die einzelne Ladesäule runterbrechen, ob die wirtschaftlich ist oder nicht. Das Geld wird woanders verdient: Zuhause und am Arbeitsplatz an der Steckdose." Detlef Fischer, VBEW

    Schnellladesäulen ziehen viel mehr Strom als normale Stationen

    Bei einfachen Lade-Stationen – egal ob öffentlich, daheim oder am Arbeitsplatz – dauert das Laden eines Elektroautos mehrere Stunden. Der Vorteil dabei: So eine Langsamladestation überfordert das Stromnetz nicht, sie entspricht in der Leistung ungefähr einem Elektroherd. Anders sieht es mit Schnellladesäulen aus, die zum Beispiel an Ausfallstraßen und Autobahnen entstehen. Die ziehen größenordnungsmäßig zehn Mal mehr Leistung als ein Hausanschluss.

    "Für Schnellladesäulen muss das Netz natürlich hergerichtet sein. Vor allem wenn es mehr an einem Ort sind – Tesla etwa baut zehn und mehr auf einmal. Aber das ist möglich: Wir können ja auch Gewerbebetriebe anschließen, warum dann nicht Schnellladesäulen." Detlef Fischer, VBEW

    25 Prozent mehr Stromverbrauch, wenn alle elektrisch fahren

    Wenn – rein hypothetisch – alle deutschen PKW mit Strom fahren würden, wäre das ein Plus beim Stromverbrauch von 25 Prozent. Auf der anderen Seite würde sehr viel Öl eingespart. Eine Dimension, die die Stromwirtschaft für beherrschbar hält.

    "Die ersten paar Millionen Elektroautos in Deutschland, das ist überhaupt kein Problem. Und dann müssen wir natürlich versuchen, die Autos intelligent zu laden, wenn die Stromnetze weniger ausgelastet sind. Und wahrscheinlich müssen wir die Netze ein wenig ausbauen. Aber das ist auch im überschaubaren Rahmen." Detlef Fischer, VBEW

    Die Elektrizitätswirtschaft hofft vor allem auf ein gutes Geschäft: Wenn die E-Mobilität im großen Stil kommt, könnte sie die Umsätze machen, die jetzt die Ölkonzerne einstreichen. Aber zunächst müssen erst einmal die Elektroautos wirklich da sein.