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Weniger Verkehrstote, aber mehr Unfälle in Bayern | BR24

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Die Zahl der Unfalltoten auf Bayerns Straßen ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen, gestiegen ist jedoch die Zahl der Unfälle. Deshalb will die bayerische Polizei beim Tag der Verkehrssicherheit in Ingolstadt die Menschen sensibilisieren.

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Weniger Verkehrstote, aber mehr Unfälle in Bayern

Die Zahl der Unfalltoten auf Bayerns Straßen ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen, gestiegen ist jedoch die Zahl der Unfälle. Deshalb will die bayerische Polizei beim Tag der Verkehrssicherheit in Ingolstadt die Menschen sensibilisieren.

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Die Zahl der Verkehrsunfälle auf Bayerns Straßen ist 2018 laut Verkehrsunfallstatistik des bayerischen Innenministeriums auf mehr als 410.000 gestiegen. 2011 waren es über 350.000, es gibt also mehr Unfälle - freilich auch mehr Autos, weil mehr Menschen in Bayern leben.

Unfallursache Nr. 1 ist immer noch zu schnelles Fahren, und das kann tödlich enden. 618 Menschen kamen vergangenes Jahr auf Bayerns Straßen um, 2011 waren es mehr als 780, um die Jahrtausendwende sogar mehr als doppelt so viele - laut Polizei ein Fortschritt in den letzten Jahrzehnten.

Autos werden immer sicherer

Es gibt immer mehr Autos in Bayern. Die sind zwar auf der einen Seite sicherer, da oft ausgestattet mit Fußgängerairbags oder Fahrspurassistenten. Auf der anderen Seite aber auch schwerer, wie zum Beispiel die SUVs, was vielen Menschen ein Gefühl von Unsicherheit vermittelt.

Radfahrer sind besonders gefährdet

Auch wenn die meisten Menschen mit Auto und Motorrad verunglücken, es werde auch bei den Fahrradfahrern mehr und der Radler ist einfach ungeschützter. Gerade in der Stadt gehe es viel zu eng zu, sagt ein Sprecher vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC).

"Die Leute fahren gedrängter, und egal, welche Verkehrsart das ist, sobald die Leute dicht gedrängt sind, werden sie hektischer und sind gestresster. Dadurch entsteht Druck und dadurch eine ungute Situation. Es ist total heftig, wie oft man die Vorfahrt genommen bekommt, wie oft man geschnitten wird, und dann die ganzen Rechtsabbiegeunfälle." Sprecher Allgemeiner Deutscher Fahrradclub

Ein weiteres Problem laut ADFC: Die Autos überholen Radler in zu geringem Abstand. 1,50 Meter müsste der Abstand sein, allerdings hielten sich nur wenige daran, auch nicht auf dem Land.

Besonders tragisch enden oft Rechtsabbiege-Unfälle mit Lastern. Ein Kind starb zuletzt, weil der Lastwagenfahrer es wohl im toten Winkel nicht gesehen hatte. Trotz der vielen Neuerungen ist der Abbiegeassistent in Lastwagen bis jetzt keine Pflicht - für den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub unverständlich.

Besonders viele Unfälle auf Landstraßen

Weit mehr als die Hälfte der tödlichen Unfälle hat sich vergangenes Jahr auf Landstraßen ereignet. Überholen ohne Sicht und zu schnelles Fahren sind höchst gefährlich und können tödlich enden, auch für Unbeteiligte. Denn auch wenn die Fahrzeuge sicherer werden mit Fahrspurassistenten und Airbags - für waghalsige Manöver am Steuer ist jeder selbst verantwortlich.

Und noch eine traurige Tatsache: Jeder fünfte tödlich verunglückte Autoinsasse war nicht angeschnallt - und das, obwohl es seit 1976 die Anschnallpflicht für alle gibt.