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Weniger S-Bahnen im Münchner Umland – Landrat pocht auf Zusagen | BR24

© BR/Anton Rauch

Die Bahn hat angekündigt, dass im Münchner Umland bis Dezember bei S3 und S8 sämtliche Taktverstärker-Züge ausfallen. Aus Sicht von Landrat Göbel ist das "ein Schlag ins Gesicht". Er pocht auf die vom Freistaat zugesagten 15 Millionen Euro jährlich.

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Weniger S-Bahnen im Münchner Umland – Landrat pocht auf Zusagen

Die Bahn hat angekündigt, dass im Münchner Umland bis Dezember bei S3 und S8 sämtliche Taktverstärker-Züge ausfallen. Aus Sicht von Landrat Göbel ist das "ein Schlag ins Gesicht". Er pocht auf die vom Freistaat zugesagten 15 Millionen Euro jährlich.

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Nach der Ankündigung der Deutschen Bahn, dass über Monate S-Bahnen im Münchner Umland ausfallen, wendet sich der Landkreis München an den Konzern und die Staatsregierung. "Ich appelliere mit Nachdruck an S-Bahn und Freistaat, die Situation schnell in den Griff zu bekommen und nicht nur den Status quo wiederherzustellen, sondern sich auch an die Umsetzung der getätigten Zusagen zu machen", fordert Landrat Christoph Göbel (CSU) in einer Pressemitteilung.

Landrat prophezeit Verkehrskollaps "auf Schiene und Straße"

"Statt der versprochenen Taktverdichtung werden jetzt sogar Züge gestrichen. Das wird den Verkehrskollaps noch weiter verstärken – und zwar auf Schiene und Straße", ist sich der Landrat sicher. Die Nachricht sei ein "Schlag ins Gesicht".

Verschlechterungen auf S3, S8, S2 und S20

Die Bahn hatte mitgeteilt, dass zunächst bis Dezember bei der S3 und der S8 sämtliche Taktverstärker entfallen, die in den Hauptverkehrszeiten einen 10-Minuten-Takt gewährleisten. Auch auf den Linien S2 und S20 sollen einzelne Züge entfallen. Als Gründe nannte die Bahn fehlende Fahrzeuge und Mitarbeiter, Bauarbeiten auf dem Werksgelände und veränderte Wartungsintervalle.

Umrüstung der ET-420-Züge dauert länger als geplant

Dazu kommt: Die Umrüstung der dickbauchigen ET-420-Züge aus der letzten S-Bahn-Generation, die in den 90-er Jahren gebaut wurden, dauert zu lange. Mehr als 30 dieser alten Züge hat die Bahn von anderen S-Bahnsystemen im Rhein-Main-Gebiet sozusagen zusammengesucht. Weil diese aber jahrelang auf Abstellgleisen oder in Depots herumgestanden sind, dauert es länger, sie wieder flott zu machen und ihnen die Leit- und Sicherheitstechnik zu verpassen, die sie brauchen, um auf der Münchner Stammstrecke zu fahren.

Göbel erinnert an Zusage von Ex-Verkehrsministerin Aigner

Landrat Göbel verwies darauf, dass der Freistaat vor knapp einem Jahr in Person der damaligen Verkehrsministerin und heutigen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) jährlich 15 Millionen Euro zusätzlich zugesichert hatte, um auf den Außenästen der S-Bahn einen durchgehenden 20-Minuten-Takt zu realisieren. Stattdessen verschlechtere sich der Fahrplan. In heute schon übervolle Züge würden nun noch mehr Menschen drängen. "Wer kann, wird über kurz oder lang aufs Auto umsteigen – und in einem noch längeren Stau als gewöhnlich stehen", so Göbel.

Mit Blick aufs Oktoberfest, bei dem viele Besucher mit der S-Bahn aus dem Umland kommen, hat die Bahn versprochen, dass die Züge für den Sonderverkehr noch reichen.