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"Recup": Nürnberger Hauptbahnhof führt Kaffee-Pfandbecher ein | BR24

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"Coffee to go" ist praktisch, aber nicht umweltfreundlich. Doch immer mehr Menschen greifen inzwischen zu wiederbefüllbaren Behältern. Jetzt soll ein Pfandsystem für Mehrwegbecher für noch mehr Nachhaltigkeit sorgen.

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"Recup": Nürnberger Hauptbahnhof führt Kaffee-Pfandbecher ein

Als erster Bahnhof in Deutschland führt der Nürnberger Hauptbahnhof die sogenannten "Recup"-Becher ein. Für einen Euro bekommen Kunden ihren Kaffee zum Mitnehmen im Pfandbecher. Den können sie an über 2.000 Stellen in Deutschland zurückgeben.

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Das Design ist schlicht und funktional: Den Mehrweg-Becher aus Plastik gibt es in mintgrün und hellbeige. Zusätzlich ist die Skyline der jeweiligen Stadt aufgedruckt, in der er ausgegeben wurde. Zum ersten Mal bietet nun ein ganzer Bahnhof die pastellfarbenen Mehrweg-Becher an.

Nürnberg: Ein ganzer Bahnhof macht mit

Fast alle Cafés und Kioske am Nürnberger Hauptbahnhof machen mit. Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke von den Grünen versucht seit langem, die Händler der Stadt zur Müllvermeidung anzuregen. Dass er die Deutsche Bahn auf seine Seite gezogen hat, hält er für einen wichtigen Schritt. Der Bahnhof sei ein Schlüsselpunkt, so Pluschke. Auf dem Weg zur Arbeit kauften sich besonders viele Menschen einen Kaffee zum Mitnehmen.

Deutsche kaufen 320.000 Einwegbecher pro Stunde

Hinter "Recup" verbirgt sich ein Münchner Startup-Unternehmen, das der allgegenwärtigen Papierbecher-Müllflut etwas entgegensetzen will. Denn nach Schätzungen des Umweltbundesamtes gehen in Deutschland pro Stunde 320.000 Einweg-Pappbecher über die Ladentheken. Der "Recup-Becher" ist nach Angaben des Unternehmens aus recyclebarem Kunststoff und hält bis zu 1.000 Spülvorgängen stand. Deutschlandweit gibt es gut 2.000 Ausgabe- und Rücknahmestellen. Eine App auf dem Smartphone zeigt dem Kunden den Weg zur nächsten Rückgabe-Möglichkeit.

System ist freiwillig

Allerdings ist der Mehrweg-Pfandbecher bisher ein freiwilliges Angebot. Die Einweg-Becher aus Pappe gibt es weiterhin. Die Händler haben Angst, Kunden zu verprellen.

"Es gibt immer noch genug Kunden, die Wert darauf legen, einen Einweg-Becher zu haben. Sie möchten den Becher zum Beispiel nicht mit auf die Arbeit nehmen. Man kann die Leute nicht dazu zwingen.“ Alexandra Maierhofer, Marketingleiterin "Rubenbauer Genusswelten“

Bei "Rubenbauer Genusswelten", dem größten Gastro-Anbieter am Nürnberger Hauptbahnhof, kann man sich langfristig schon vorstellen, die Einweg-Becher ganz aus dem Sortiment zu verbannen. Aber, so sagt Marketingleiterin Maierhofer, nur wenn alle Händler bereit seien mitzumachen.

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Recup-Pfandbecher