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Weniger Chinesen: Füssener Hotels spüren Folgen des Corona-Virus

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Weniger Chinesen: Füssener Hotels spüren Folgen des Corona-Virus

Das Corona-Virus und die Folgen: Chinesische Reisegruppen dürfen das Land nicht mehr verlassen, Reiseveranstalter stornieren. Das spüren in Bayern die Hotels nahe des beliebtesten Reiseziels fernöstlicher Besucher - dem Schloss Neuschwanstein.

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Die Lobby im Hotel Euro Park in Füssen ist deutlich leerer als sonst. 70 bis 80 Prozent der Gäste machen Reisegruppen aus Asien aus, die Schloss Neuschwanstein besuchen wollen, sagt Hoteldirektor Fabian Geyer. Deshalb bekommt sein 140-Betten-Haus die Auswirkungen des Corona-Virus deutlich zu spüren: "Natürlich ist es so, dass die chinesischen Reisegruppen derzeit komplett storniert haben. Und die fehlen uns natürlich jetzt hier im Haus: Leer bleibende Zimmer, weniger verkaufte Essen und damit natürlich bei gleich bleibenden Kosten weniger Einnahmen."

Probleme für spezialisierte Hotels

Für den Februar haben schon etliche Gruppen aus China abgesagt. Wenn das im März so weitergeht, drohen dem Hotel massive wirtschaftliche Verluste. 70.000 Übernachtungsgäste aus China zählt Füssen pro Jahr. Eigentlich sind das nur 5 Prozent der Übernachtungen, sagt Tourismuschef Stefan Fredlmeier. Aber für die Hotels, die sich auf die asiatischen Reisegruppen spezialisiert haben, wird Corona zum echten Problem:

Wie groß die Ausfälle durch das Corona-Virus in Füssen sein werden, lässt sich noch nicht beziffern und hängt auch stark von den Verträgen der einzelnen Hotels mit den chinesischen Reiseanbietern ab. Schlimmer wäre es für Füssen, wenn plötzlich auch hier ein Corona-Fall auftreten sollte. Das wäre der "Worst-Case", so Tourismusdirektor Fredlmeier: "Wir kriegen den Corona-Virus hier in Füssen und die Gäste sind so vorsichtig oder so ängstlich, dass sie denken, sie müssen um Füssen einen Bogen machen. Das wäre schlecht."

Hotels werden täglich desinfiziert

Hoteldirektor Fabian Geyer setzt deshalb auf Prävention: Sicherheitshalber lässt er sein Hotel, in das ja immer noch Reisegruppen aus anderen asiatischen Ländern kommen, täglich desinfizieren: "Wir haben unsere Putzpläne umgestellt. Das bedeutet, dass bevor die Reinigungskräfte in die Zimmer gehen, unser Team in die Zimmer reingeht, das komplette Zimmer desinfiziert."

Zusätzlich würden alle Zimmerschlüssel behandelt und ebenfalls die Lobby, das Restaurant und alle öffentlichen Bereiche. "Wir haben jedem Mitarbeiter sogar noch kleine Fläschchen mitgegeben, die sie dauernd dabei haben, damit sie überall desinfizieren können", so Geyer weiter. Im Euro Park Hotel hofft man nun darauf, dass sich die Lage in Sachen Corona bald stabilisiert und wieder Gäste aus China kommen. Sonst bleibt Hoteldirektor Fabian Geyer auf einem Großteil der Kosten sitzen.

Besucherandrang im Schloss Neuschwanstein ungebrochen

Auf die Besucherzahlen im Schloss Neuschwanstein selbst hat das Corona-Virus bisher keine Auswirkungen. „Aktuell verzeichnen wir für Führungen im Februar durch das Schloss nur wenige Stornierungen von Gruppen aus Asien“, teilte die Bayerische Schlösserverwaltung dem BR auf Anfrage mit. Auf Grund des starken Tagestourismus seien die Führungen nach wie vor gut ausgelastet, auch durch asiatische Gäste. Bei anderen Objekten der Bayerischen Schlösserverwaltung sei derzeit ebenfalls kein Rückgang der Besucherzahlen zu verzeichnen, so eine Sprecherin.

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