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Weniger Buchungen in Hotels und Gaststätten wegen Corona | BR24

© Swen Pförtner/dpa

Weniger Buchungen in Hotels und Gaststätten wegen Corona

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    Weniger Buchungen in Hotels und Gaststätten wegen Corona

    Die Angst der Menschen vor dem Coronavirus macht sich auch im Hotel- und Gaststättengewerbe bemerkbar. In Unterfranken gibt es weniger Buchungen, immer häufiger bleiben Hotelzimmer leer oder Reservierungen in Gaststätten werden storniert.

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    Leere Zimmer, stornierte Reservierungen - die Lage rund um das Coronavirus bekommt auch das Hotel- und Gaststättengewerbe zu spüren. Wegen der Angst vor Ansteckung durch das neuartige Virus brechen in den Hotels und Gaststätten in Unterfranken die Buchungszahlen ein.

    Stornierungen und Umbuchungen

    Michael Schwägerl, Geschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands in Unterfranken, sagte auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks, dass "unheimlich viele" Mitgliedsbetriebe anrufen und mitteilen würden, dass Buchungen storniert würden. "Veranstaltungen werden abgesagt, die Stornierungen von Zimmern und Restaurantbuchungen mit sich bringen," beklagte Schwägerl.

    Wirtschaft sei "besonders verunsichert"

    Es sei noch immer so, dass der März in Unterfranken eher ein ruhigerer Monat sei, deshalb seien Stornierungen besonders schlimm, weil man auf die Buchungen angewiesen sei. Man sehe, dass die Wirtschaft "besonders verunsichert" sei, Tagungsgäste setzten sich nach Veranstaltungen nicht mehr in Restaurants zusammen. Diese Umsätze würden total wegfallen, sagte Schwäger. Er schilderte den Fall eines Gasthofbesitzer, der mit 14 bis 16 Zimmern seit rund einer Woche keine Übernachtung mehr verzeichnet habe.

    Diskussionen zum Umgang mit Personal und zu Kurzarbeit

    Schwierig dabei sei, dass die Betriebe Personal vorhalten müssten. Die in der Politik diskutierte Kurzarbeit ist laut Schwägerl in der Branche nicht das passende Instrument, weil man dann komplett zumachen müsste. "Im Moment merken wir, dass Stornierungen bis in den April hineingehen. Wenn das schlimmer wird, geht es auch in den Mai hinein", sagte Schwägerl. Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband in Unterfranken hat rund 1.200 Mitglieder.

    Wirtschaft am Untermain mit gemischten Gefühlen

    Mit gemischten Gefühlen blickt die Wirtschaft am Untermain derzeit auf das Coronavirus. Besorgt seien aktuell vor allem Hoteliers. "Wir befinden uns momentan im freien Fall", sagt Peter Gemeinhardt. Er betreibt fünf Hotels in und um Aschaffenburg. Insgesamt 600 Stornierungen von Zimmern hätte er in den letzten zwei Wochen verzeichnen müssen. Vor allem Unternehmen hätten ihre Dienstreisen zuletzt abgesagt. Bei insgesamt 260 Zimmern müssen durchschnittlich etwa 180 belegt sein, damit Gemeinhardt kostendeckend arbeiten kann.

    Lage spitze sich seit den letzten Wochen zu

    Die letzten Wochen seien jedoch "katastrophal" gewesen - und damit nicht genug: Die Lage hätte sich noch weiter zugespitzt. "Die Potenzierung der Fälle ist jetzt auch in Deutschland enorm. Daher sagen Geschäftskunden ihre Veranstaltungen ab", so Gemeinhardt. Aktuell seien in seinen Hotels nicht mal mehr 100 Zimmer belegt. Der finanzielle Gesamtschaden liege bereits im unteren sechsstelligen Bereich, sagt Gemeinhardt.

    Verunsicherung laut IHK-Umfrage

    Allgemein ist in der Wirtschaft am Untermain Verunsicherung zu spüren. Vertreter der Industrie wollten am Pressegespräch der IHK Aschaffenburg nicht teilnehmen. In diesem Rahmen stellte die IHK Aschaffenburg die Ergebnisse einer Blitzumfrage vor: Demnach gaben 60 Prozent der befragten Unternehmer am Untermain an, dass sie wegen des Coronavirus bereits Auswirkungen auf ihre Geschäfte spüren. 62 Unternehmen aus der Region haben an der Befragung teilgenommen. Sie wurde bereits vergangene Woche durchgeführt. Mittlerweile berichtete die Stadt Aschaffenburg bereits über den ersten Corona-Fall am bayerischen Untermain.

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