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Weniger Besucher bei der Lichterprozession in Obertrubach | BR24

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Zur Obertrubacher Lichterprozession sind am Freitagabend weniger Gläubige und Besucher gekommen als erwartet. Waren es im vergangenen Jahr noch rund 4000, so kamen heute nur rund die Hälfte zur Kirchenprozession.

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Weniger Besucher bei der Lichterprozession in Obertrubach

Zum Obertrubacher Lichterprozession sind weniger Besucher gekommen als erwartet. Waren es im vergangenen Jahr noch rund 4.000, so kamen dieses Mal nur rund die Hälfte zur Prozession durch den kleinen Ort in der Fränkischen Schweiz.

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Erfahrungsgemäß hätten es heuer eigentlich mehr Gäste aus Nah und Fern sein müssen, weil das Lichterfest nicht unter der Woche stattfand. Doch möglicherweise hat der leichte Nieselregen einige abgehalten. Die Stimmung mit den rund 7.000 aufgestellten Lichtern in den Felsen und Berghängen in Obertrubach war trotz alledem besinnlich und bezaubernd. Die Einheimischen sammeln und schmelzen dafür Kerzenwachsreste, die sie mit Sägespänen in Dosen gießen und jedes Jahr am 3. Januar im Ort verteilen.

Fest der Ewigen Anbetung

Das Lichterprozession gilt als religiöses Symbol für Jesus Christus als das Licht der Welt. Damit wird der Abschluss der Ewigen Anbetung gefeiert, die im 18. Jahrhundert von Fürstbischof von Seinsheim in seinem Bistum Bamberg eingeführt wurde. Demnach wurden in den Kirchengemeinden sogenannte Tage des Gebets mit stündlichen Betstunden abgehalten. Diese kirchliche Tradition ist in mehreren Orten der Fränkischen Schweiz bis heute erhalten geblieben. Während bei der Lichterprozession in Pottenstein am kommenden Montag rund 10.000 Besucher erwartet werden, geht es in Obertrubach von jeher beschaulicher zu.

Kommerz statt Besinnung?

In diesem Jahr gab es jedoch erstmals mehrere Verkaufsstände für Bratwürste und Glühwein, was in der Dorfgemeinschaft für Diskussionen sorgt. Die einen befürchten, dass der religiöse Gedanke verdrängt wird zugunsten des Kommerzes. Die anderen wünschen sich mehr Raum für Geselligkeit vor und nach der Prozession. "Die beiden Seiten liegen gar nicht soweit auseinander", meint Gemeinderat Roland Wölfel, und er ist überzeugt, dass man im Dorf einen Konsens finden wird: "Beispielsweise gibt es in unserem neuen Gemeindeladen innen einen Ausschank, der den Besuchern vor und nach der Prozession zur Verfügung steht. Das ist sehr dezent."

Tradition ohne Volksfestcharakter

Durch die geringere Besucherzahl gab es kaum Verkehrsprobleme und die Lichterprozession hatte keinerlei Volksfestcharakter. Nach wie vor ist es eine authentische, christliche Tradition, die nicht allein von der Kirche oder Vereinen getragen wird, sondern von der Mehrheit der Menschen in Obertrubach.