| BR24

 
 

Bild

Wenig Gegenliebe für private Kapelle in Westernach
© BR/Peter Allgaier
© BR/Peter Allgaier

Wenig Gegenliebe für private Kapelle in Westernach

Eine Kapelle stiften möchte eine 80-jährige Frau in Westernach, einem Ortsteil von Mindelheim. Doch rund um die Ortschaft gibt es bereits drei Kapellen. Viele Einwohner lehnen die Pläne der Witwe deshalb ab. Im Gespräch mit dem BR wird unter anderem die Sorge geäußert, dass es niemanden gebe, der die Kapelle auf Dauer pflegen könne. Die Stifterin, die selbst nicht in Westernach wohnt, will vorerst kein Interview geben.

Die Stadt hätte nichts dagegen - eigentlich ...

Die Stadt Mindelheim hat gegen den Bau grundsätzlich nichts einzuwenden, Kapellen seien Teil der schwäbischen Kulturlandschaft. Gebaut würde auf Privatgrund. Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter erklärte dazu: "Wie bei jedem privaten Bauvorhaben muss natürlich der Eigentümer für den Unterhalt aufkommen. Verpflichtungen gegenüber der Stadt ergeben sich dann überhaupt nicht."

Kapellen als Last?

Doch was passiert, wenn der Eigentümer stirbt? Vom Bistum Augsburg heißt es, kirchenrechtlich seien viele Kapellen nur private Gebetsräume, weil sie nicht gesegnet und für Gottesdienste bestimmt seien. Domvikar Ernst Freiherr von Castell erklärt, die Kirchenstiftung werde in solchen Fällen irgendwann gefragt, ob sie die Kapelle nicht erhalten wolle und sagt: "In Schwaben haben wir sehr viele Kapellen und das ist für eine Kirchenstiftung irgendwann mal eine Last."

Kirchenmauern renovieren - ein frommer Wunsch?

Viele Einwohner in Westernach haben unterdessen einen anderen frommen Wunsch. Die Kirchenmauern in Westernach müssten renoviert werden. Ein Anwohner sagte es so: "Da könnten wir auch gut Geld brauchen, wenn jemand etwas spenden will."