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Weltversammlung von "Religions for Peace" in Lindau | BR24

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Vom 20. bis 23. August findet in Lindau die Weltversammlung von "Religions for Peace" statt. 900 Religionsvertreter aus 100 Nationen wollen nicht nur reden, sondern auch eine "globale Wirkung" erzielen.

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Weltversammlung von "Religions for Peace" in Lindau

Vom 20. bis 23. August findet in Lindau die Weltversammlung von "Religions for Peace" statt. 900 Religionsvertreter aus 100 Nationen wollen nicht nur reden, sondern auch eine "globale Wirkung" erzielen.

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In knapp zwei Wochen beginnt in Lindau die zehnte Weltversammlung von "Religions for Peace". 900 Religionsvertreter aus 100 Nationen treffen sich vom 20. bis 23. August erstmals in Deutschland. Die Konferenz der Vertreter von insgesamt 17 Religionen will nicht nur reden, sondern auch eine "globale Wirkung" erzielen, so die Organisatoren im Vorfeld des Treffens in Lindau.

Ein Ziel: Frauen vor sexueller Gewalt besser zu schützen

Ein Ziel, das sich die Organisatoren des Treffens zum Beispiel vorgenommen haben, ist, Frauen vor sexueller Gewalt besser zu schützen. Dabei gehe es um ein Friedensprojekt in Kenia zur Täter-Identifizierung über DNA-Spuren, das man in Afrika testen wolle, sagt Wolfgang Schürer, Vorsitzender der Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft.

"Wenn dieses Testprojekt erfolgreich ist, dann wollen wir es international lancieren und wenn 'Religions for Peace' demnächst das 50-jährige Jubiläum begeht, dann könnte dies eines der Schlüsselprojekte weltweit werden." Wolfgang Schürer

Symbol "Ring for Peace" zum Schutz von Heiligen Städten

Ein weiteres konkretes Anliegen von "Religions for Peace" ist der Schutz religiöser Stätten weltweit. So wie es eine völkerrechtliche Konvention gebe für das Internationale Rote Kreuz, so wollen man auch, dass das Symbol "Ring for Peace" zu einem Schutz von Heiligen Städten werde, sagt Schürer. Damit gäbe es einen Schutz für Synagogen, Moscheen und Kirchen in einer völkerrechtlich verbindlichen Form.

Dies seien Schritte und keine Lösungen, das ist den Organisatoren von "Religions for Peace" durchaus bewusst. Bei dem internationalen Treffen gehe es deshalb auch um Friedensvisionen, um den Einsatz der Religionen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz und um den Schutz religiöser Minderheiten und Flüchtlinge, sagt Ulrich Schneider von der Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft.

Bundespräsident Steinmeier eröffnet Weltversammlung

Eröffnet wird die zehnte Weltversammlung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Angekündigt sind auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I.

Ein Friedenssymbol der zehnten Weltversammlung ist schon jetzt im Lindauer Luitpoldpark zu bestaunen: eine über sieben Meter hohe Holzskulptur des Bildhauers Gisbert Baarmann.

© dpa-Bildfunk/Carolin Gißibl

Der sogenannte "Ring for Peace", ein 7,5 Meter hohes, hölzerneres Friedenssymbol steht im Luitpoldpark in Lindau.

💡 Was ist "Religions for Peace"?

"Religions for Peace" wurde 1961 als Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg und die atomare Bedrohung im Kalten Krieg gegründet. Heute gehören der Organisation nationale Gruppen in über 100 Ländern an. Bei "Religions for Peace" geht es um den Versuch, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten, nicht zuletzt auch in Konfliktgebieten.