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Welttourismuskonferenz: Ringen um Nachhaltigkeit | BR24

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Wie erhalten wir den Tourismus in den Bergen und schonen gleichzeitig Umwelt und Klima? Rund 300 Experten aus Europa und Asien diskutieren diese Frage zurzeit in Berchtesgaden. Im Fokus stehen dabei die Alpen und der Himalaya.

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Welttourismuskonferenz: Ringen um Nachhaltigkeit

In Berchtesgaden beraten seit Sonntagvormittag auf der 4. Welttourismuskonferenz rund 300 Teilnehmer über die Zukunft des Bergtourismus. Im Mittelpunkt steht das Streben nach Nachhaltigkeit.

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Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger von den Freien Wählern sagte zum Auftakt, die Konferenz sei der Ritterschlag für den Freistaat als Tourismusstandort. Neben Maschinenbau und Exportindustrie könne der Tourismus als zusätzliche Säule für die wirtschaftlichen Entwicklung hinzukommen. Hier könne noch mehr Geld verdient werden, sagte Aiwanger. Allerdings müsse dies mit Fingerspitzengefühl geschehen. Es dürfe kein Übertourismus produziert werden, der die Heimat zerstöre.

Um Tourismus nachhaltiger zu gestalten, empfiehlt die Tourismusorganisation der Vereinten Nationen unter anderem, auf wirtschaftliche Innovationen und Digitalisierung zu setzen. Generalsekretär Zurab Pololikashvili sagte, so sei es unter anderem möglich, die Ströme von Urlaubern zu kanalisieren und auf diese Weise Massenanstürme zu verhindern.

Bergsteigerdorf Ramsau soll Anregungen geben

Am Sonntag stehen auf der Konferenz Diskussionen und Fachgespräche im Mittelpunkt. Am Montag wollen die Teilnehmer auf Exkursionen Lösungsansätze für nachhaltigen Tourismus sammeln - unter anderem im Bergsteigerdorf Ramsau und auf dem Predigtstuhl bei Bad Reichenhall.

Auch ein sogenanntes "One-planet-Tourismus-Konzept" soll präsentiert werden. Die anwesenden Tourismusexperten sowie Wissenschaftler aus Europa und Asien haben im Berchtesgadener Land die Möglichkeit, das Konzept zu diskutieren und die Erkenntnisse als Empfehlung für künftige, globale Tourismusstrategien weiterzugeben. In Teilveranstaltungen geht es aber auch um den Medizintourismus, die Digitalisierung im Tourismus oder darum, wie man die Natur erhalten und gleichzeitig neue Gästeschichten erschließen kann.

Berchtesgadener Land immer beliebter bei Gästen

Auch ins Berchtesgadener Land kommen immer mehr Urlaubsgäste. Im Jahr 2017 wurden über 750.000 Gäste gezählt. Das ist eine Steigerung von knapp 3,7 Prozent im Vergleich zu 2016. Den Nationalpark Berchtesgaden, den einzigen Alpennationalpark Deutschlands, besuchten im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Menschen, Tendenz ebenfalls steigend. Der Geschäftsführer der Tourismus GmbH, Peter Nagel, hat für den Landkreis Berchtesgadener Land ein klares Ziel: Er möchte weg von der Masse, hin zu Gästen, die die einzigartige Landschaft und die Angebote wertschätzen.

300 Teilnehmer aus aller Welt

Bei der Konferenz selbst und den einzelnen Veranstaltungen sind rund 300 Teilnehmer aus 160 Mitgliedsländern sowie Vertreter von 500 angeschlossenen Organisationen und Wirtschaftsunternehmen vertreten. Obwohl die Nachhaltigkeit ein zentrales Thema der Konferenz war, waren kaum Vertreter von Umweltgruppen unter den Referenten.

Das Berchtesgadener Land hatte sich bei der Bewerbung gegen China und verschiedene europäische Alpendestinationen durchgesetzt. 2020 findet die Konferenz in Andorra statt.