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Weltklasse: Gin aus einer Garage in Neu-Ulm | BR24

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Bildrechte: BR/Joseph Weidl

Einige der weltbesten Ginsorten kommt aus einer Garage bei Neu-Ulm. In seiner nach eigenen Angaben "wahrscheinlich kleinsten Destillerie der Welt" kreiert Frank Steinle verschiedene Ginsorgen, die mit Goldmedaillen ausgezeichnet worden sind.

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Weltklasse: Gin aus einer Garage in Neu-Ulm

Nach Angaben ihres Besitzers ist es die "wahrscheinlich kleinste Destillerie der Welt". In seiner Garage in Neu-Ulm brennt Frank Steinle verschiedene Sorten Gin. Sie gehören zu den weltbesten und haben jetzt mal wieder Goldmedaillen abgeräumt.

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Von
  • Joseph Weidl
  • Christine Kellermann

Wenn Frank Steinle das in die Jahre gekommene Holztor seiner kleinen Garage mitten in einem Neu-Ulmer Wohngebiet öffnet, dann kommt kein Auto zum Vorschein, sondern glänzende Fässer, viele Flaschen und ein eine Art großer runder Kessel aus Kupfer. Und für mehr wäre auch kein Platz. Denn nach Steinles Angaben ist es die "wahrscheinlich kleinste Destillerie der Welt". Während dem Brand muss alles raus, was gefährlich sein könnte, erklärt Steinle: "Wir brennen nicht nur hier drin, wir haben auch unseren Verkauf hier drin."

Garage in Neu-Ulm wird zur Destillerie

Am Anfang war es eine echte "Schnapsidee", erzählt Steinle. Der Hobbykoch hat erst Tonic Water selbst gemacht, da fehlte offenbar der Gin dazu. Die ersten Tropfen hat er dann mit einer von Freunden geschenkten Mini-Destille gebrannt. Es folgt: Eine erfolgreiche Finanzierungs-Kampagne für seinen Gin im Internet. Damit wurde das Auto aus der Garage verbannt. 2016 wurde umgebaut und der rechtliche Rahmen geschaffen. "Ich habe mit dem Zollamt regeln müssen, dass ich alles machen darf. Mit der Lebensmittelaufsicht, dass alles mit rechten Dingen hier zugeht," sagt Steinle. In Österreich hat er dann noch einen Brennlehrgang besucht, seine Destille dort bauen lassen und mit dem Auto nach Neu-Ulm gebracht.

Mischung von Kräutern und Alkohol macht den Gin aus

Der Prozess beginnt in einem großen Glas voller sogenannter "Botanicals", wie Wacholderbeeren und Kräuter, zusammen mit Alkohol. Das zieht ein paar Tage durch und kommt dann in den Kupferkessel. Das Brennen beginnt: "Da geht der Dampf durch. Der Dampf zieht aus den Wacholderbeeren und aus dem Rosmarin und was da noch alles drin ist, weitere ätherische Öle raus, geht hier durch die Kuppel". Und irgendwann kommen dann am anderen Ende die ersten Tropfen Gin raus.

Für alle seine Sorten hat Frank Steinle dieses Jahr Auszeichnungen in Gold und Silber abgeräumt, bei den sogenannten "World Sprits Awards", einem Preis für Brände aus der ganzen Welt, der aus Österreich vergeben wird. Danach zählen die Produkte von Frank Steinle zu den weltbesten Gins.

Nachbarn sind Gin-Fans

Aus Platzgründen wird nur nach Bedarf gebrannt. Aber wie reagieren die Nachbarn eigentlich, wenn es im Wohngebiet in regelmäßigem Abstand nach Alkohol riecht? "Also bisher verstehen wir uns ganz gut mit den Nachbarn", sagt Steinle. Es sei kein unangenehmer Duft, den man oft von Brauereien kenne, wenn es dort nach Malz rieche: "Es riecht hier toll nach Wacholderbeeren und nach anderen Kräutern und unsere Nachbarn sind auch große Fans von uns natürlich."

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