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Weltfrauentag: Sorge vor "Rückfall in alte Muster" wegen Corona | BR24

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Helga Forster, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Schwandorf

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    Weltfrauentag: Sorge vor "Rückfall in alte Muster" wegen Corona

    Wegen Corona drohe Frauen ein Rückfall in alte Muster und traditionelle Familienbilder - davor warnt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Schwandorf, Helga Forster, anlässlich des Weltfrauentags.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Marcel Kehrer

    Die Corona-Pandemie zeige wie unter einem Brennglas die strukturellen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, so der Eindruck von Helga Forster, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Schwandorf. Denn die Bewältigung der Pandemie verlange vor allem den Frauen viel ab, betonte sie anlässlich des Weltfrauentags. Frauen hätten in systemrelevanten, oft schlecht bezahlten Berufen im Krankenhaus, auf der Intensivstation, im Pflegeheim und an der Supermarktkasse für die Grundversorgung der Gesellschaft während der Krise gesorgt.

    Frauen müssen Ausfall von Schule, Kita und Verein kompensieren

    Gleichzeitig seien es vor allem die Frauen, die zuhause den Ausfall von Schule, Kita und Betreuungsangeboten kompensieren, so Forster. Für viele Familien sei das angesichts des Gehaltsgefälles nur folgerichtig. Für die Frauen habe dies allerdings Folgen, die vermutlich noch lange nachwirken werden, ist Forster überzeugt.

    Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit

    Sie befürchtet mit Blick auf die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen und der damit verbundenen Arbeitszeitreduzierung einen Rückfall in alte Muster und traditionelle Familienbilder. Das befördere eine gleichstellungspolitische Schieflage.

    "Wann, wenn nicht jetzt", so Forster, müsse die Politik für eine geschlechtergerechtere Gesellschaft sorgen. Die neuentdeckte gesellschaftliche Wertschätzung der Pflegeberufe etwa stehe im eklatanten Gegensatz zum niedrigen Lohnniveau, kritisiert die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Schwandorf.

    Zudem müssten Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten geschaffen werden, die es Männern und Frauen ermöglichten, Beruf, Familie und Pflege zu vereinbaren – in Zeiten der Corona-Krise, aber auch darüber hinaus.

    Weiter für Gleichstellung eintreten

    "Wer für die Gleichstellung von Frauen und Männern eintritt, braucht einen langen Atem, das fällt manchmal schwer“, weiß Forster. Die Frauen müssten dranbleiben, Forderungen stellen, diskutieren und am Ziel der tatsächlichen Gleichstellung festhalten.

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