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Der Weltfrauentag ist in Berlin ein Feiertag. Braucht auch Bayern einen solchen Feiertag?
© picture alliance/ZUMA Press
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Der Weltfrauentag ist in Berlin ein Feiertag. Braucht auch Bayern einen solchen Feiertag?

Feiertage sind Ländersache und Berlin war über Jahre hinweg das Schlusslicht. Nur neun Feiertage hatten die Berliner im Jahr. Lange hat der Berliner Senat deshalb im vergangenen Jahr darüber diskutiert, an welchem zusätzlichen Tag die Berliner frei bekommen sollen.

Berlin feiert am 8. März den Weltfrauentag

Während die CDU für den Reformationstag als neuen Feiertag plädierte, wollte die Linke den 8. Mai, den Tag der Befreiung und das Ende des Zweiten Weltkriegs, zum Feiertag machen. Die FDP steht einem neuen Feiertag grundsätzlich kritisch gegenüber. Sie befürchtet einen Schaden für die Wirtschaft. Schließlich hat sich die rot-rot-grüne Landesregierung für den Weltfrauentag entschieden – einen weltlichen Feiertag.

Der Weltfrauentag geht auf eine Initiative der deutschen Frauenrechtlerin Clara Zetkin zurück und fand zum ersten Mal 1911 statt. Seitdem ist er Anlass, um die Arbeit von Frauen zu würdigen und für Gleichberechtigung und Emanzipation von Frauen zu kämpfen.

Thüringen begeht am 20. September erstmals Weltkindertag

Auch Thüringen bekommt in diesem Jahr einen neuen weltlichen Feiertag. Am 20. September wird zum ersten Mal der Weltkindertag als neuer Feiertag begangen.

Darüber hinaus ist im Jahr 2020 einmalig der Tag der Befreiung Feiertag, allerdings nur in Berlin. Denn vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, war der Tag der Befreiung, an dem die bedingungslose Kapitulation aller Wehrmachtsteile (Marine, Heer, Luftwaffe) in Kraft trat und der Zweite Weltkrieg in Europa beendete wurde.

Bayern Spitzenreiter bei Feiertagen

Während Berlin das Schlusslicht bei Feiertagen war, führt Bayern die Liste an. An zwölf Tagen ist in Bayern arbeitsfrei, in mehrheitlich katholischen Gegenden zusätzlich noch zu Mariä-Himmelfahrt am 15. August und in Augsburg zum Friedensfest am 8. August. Also hat Bayern bis zu 14 Feiertage.

Die meisten Feiertage haben religiösen Ursprung

Mit Ausnahme des Tags der Arbeit am 1. Mai und des Tags der Deutschen Einheit am 3. Oktober haben alle Feiertage in Bayern einen religiösen Ursprung. Zwar ist Bayern laut des jüngsten Zensus von 2011 nach wie vor überwiegend christlich geprägt. Etwa 55 Prozent der Bayern sind katholisch, knapp 21 Prozent sind evangelisch. Allerdings gehen nur 5,5 Prozent der Bayern regelmäßig in die Kirche. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts BCI ergeben.

Frauentag in Bayern kein Feiertag

Simone Strohmayr, Vorsitzende der Landtags-SPD befürwortet den Frauentag als weiteren Feiertag. Es sei ein Tag, an dem Frauen nicht nur feiern dürften, sondern auch kämpfen müssten. Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) sieht für einen weiteren Feiertag allerdings keinen Bedarf. Wichtiger sei es, dass die Gleichbehandlung von Mann und Frau zur Selbstverständlichkeit werde. Einen weiteren arbeitsfreien Tag wird es in Bayern wohl vorerst nicht geben.