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Welterbe-Titel für Augsburg | BR24

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Die Unesco hat das historische Augsburger Wassersystem als Weltkulturerbe anerkannt.

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Welterbe-Titel für Augsburg

Die Unesco hat das historische Augsburger Wassersystem als Weltkulturerbe anerkannt. Und eine weitere deutsche Bewerbung war erfolgreich: So erhielt die Montanregion Erzgebirge den begehrten Titel.

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Die Entscheidung ist gefallen: Die Stadt Augsburg war mit ihrer Bewerbung um den Titel Unesco-Weltkulturerbe erfolgreich und wird mit ihrer historischen Wasserwirtschaft in die Liste der Welterbestätten aufgenommen. Das beschloss das Welterbe-Komitee heute in Aserbaidschans Hauptstadt Baku.

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler sprach von einer "großartigen Auszeichnung" für den Freistaat. Damit gebe es nun insgesamt acht Welterbestätten in Bayern. Der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl erklärte, der Welterbe-Titel sei ein Qualitätssiegel allererster Güte und gebe der Stadt ein neues und starkes Profil, das für die ganze Welt sichtbar werde.

22 Stationen zählen nun zum Augsburger Weltkulturerbe

Schon die Römer, die Augsburg vor zwei Jahrtausenden als Augusta Vindelicum gründeten, leiteten über viele Kilometer Wasser in die Stadt. Im Mittelalter begann dann die systematische Nutzung des Wassers auch als Wirtschaftsfaktor.

Das historische Wassersystem kann man in Augsburg noch an vielen Stationen erleben, besonders die Lechkanäle in der Altstadt prägen nach wie vor das Stadtbild. Quer durch die Stadt wurden einst zahlreiche Kanäle gezogen, die beispielsweise als Energielieferant für die Textilindustrie dienten. Wasserräder trieben Mühlen, Hammer- und Pumpwerke an.

Auch mehrere kunstvolle Prachtbrunnen im Stadtzentrum, die nach Angaben der Stadt ältesten Wassertürme Europas und ein neuzeitliches Wasserwerk aus dem 19. Jahrhundert waren Teil der Bewerbung. Insgesamt 22 Stationen im gesamten Stadtgebiet zählen nun zum Augsburger Weltkulturerbe.

💡 Die Welterbestätten in Bayern

Die UNESCO hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur- und Naturgüter der Menschheit, die einen "außergewöhnlich universellen Wert" besitzen, zu erhalten. In Bayern gibt es acht Welterbestätten: Würzburger Residenz und Hofgarten, die Wallfahrtskirche "Die Wies", die Altstadt von Bamberg, die Grenzen des Römischen Reiches: Obergermanisch-Raetischer Limes, die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof, die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen, das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth und das historische Augsburger Wassersystem. (Erklärt von Georg Wolf, BR24)

Welterbe-Titel auch für Montanregion Erzgebirge

Die Unesco hatte bereits kurz zuvor die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří als Weltkulturerbe anerkannt. Das historische Bergbaugebiet in Sachsen und Böhmen sei von universellem Wert, erklärte das Unesco-Komitee. Delegierte sprachen von einem "Meisterwerk menschlicher Kreativität".

Zur Entscheidung bei der diesjährigen Sitzung standen insgesamt 36 Anträge, darunter mit deutscher Beteiligung auch noch die alte römische Militärgrenze - der sogenannte Donaulimes. Der gemeinsam mit Österreich, der Slowakei und Ungarn eingereichte Antrag zum Donaulimes scheiterte jedoch, weil Budapest kurzfristig Änderungswünsche hatte.

Video: #wasserlebt in Augsburgs Innenstadt

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Das verzweigte System der Lechkanäle war für Augsburgs Handwerk essentiell, die Oberschicht stellte dagegen drei prachtvolle Brunnen zur Deko in die Stadt – noch heute beliebte Treffpunkte und vielleicht bald UNESCO-Welterbe.