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Welterbe-Antrag zum Donaulimes gescheitert | BR24

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Große Enttäuschung bei Denkmalschützern in Niederbayern und der Oberpfalz: der Plan den sogenannten Donau-Limes zum Weltkulturerbe zu erklären ist gescheitert.

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Welterbe-Antrag zum Donaulimes gescheitert

Der Donaulimes, der sich auch ein ganzes Stück durch Ostbayern zieht, kommt vorerst nicht auf die Unesco-Welterbeliste. Das hat das Welterbekomitee in Baku entschieden. Kunstminister Bernd Sibler (CSU) aus Niederbayern zeigte sich enttäuscht.

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Der Antrag, den Donaulimes in Deutschland, Österreich, der Slowakei und Ungarn zum Weltkulturerbe zu erklären, ist gescheitert. Das wurde bei der Sommersitzung des Welterbekomitees in Baku (Aserbaidschan) entschieden.

Limes führt quer durch Ostbayern

Durch den gemeinsamen Antrag der vier Länder sollte die Welterbeliste mit den "Grenzen des Römischen Reichs - Donaulimes" um ein eigenständiges Welterbe für den "Nassen Limes" erweitert werden. Dieser erstreckt sich in Bayern von Bad Gögging (Lkr. Kelheim) über Regensburg und Straubing nach Passau. Von dort aus führt er weiter über Österreich und die Slowakei bis nach Ungarn.

Ungarn änderte Antrag kurzfristig um

Der Grund, warum der ursprünglich äußerst aussichtsreiche Antrag bei der Unesco gescheitert ist, liegt in Ungarn. Das Land änderte den gemeinsamen Antrag kurzfristig ab, wie das Gremium mitteilte. Die ungarische Regierung will einen Teil des Limes in Budapest vom Welterbe-Status ausgenommen wissen, hieß es. Dadurch wurde der gesamte Antrag nicht angenommen. Das Unesco-Welterbekomitee vertagte die Entscheidung, hieß es.

Kunstminister will Antrag erneut einreichen

Der bayerische Kunstminister Bernd Sibler (CSU) aus Niederbayern ist darüber sehr enttäuscht.

"Das ist ausgesprochen schade! Durch die positive Bewertung hatten wir bis vor wenigen Tagen die berechtigte Hoffnung, den Welterbestatus für den Donaulimes zu erhalten." Bernd Sibler, bayerischer Kunstminister

Sibler will den Antrag erneut einreichen. Zuvor müsse mit den Partnern aus Österreich, der Slowakei und Ungarn gesprochen werden, so der Kunstminister. Ihm tue diese verzögerte Entscheidung besonders für alle engagierten Bürgerinnen und Bürger leid, die viel Herzblut, Zeit und Energie in das Vorhaben gesteckt haben.

Limes soll geschützt werden

Die Antragsteller haben nun die Möglichkeit, ihre Dokumente zu überarbeiten und sich erneut um das Gütesiegel der UN-Kulturorganisation zu bewerben. Mit dem Antrag zum Limes wollten die vier Länder insgesamt 98 Teile der ehemaligen Grenzbefestigung entlang der Donau in ihrem Wert betonen und besonders schützen. Der gesamte Verlauf des Limes soll als Welterbe in den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft gestellt werden.

Der Limes erstreckte sich, entsprechend der Ausdehnung des Römischen Reiches, von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten bis nach Nordafrika.

💡 Die Welterbestätten in Bayern

Die UNESCO hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur- und Naturgüter der Menschheit, die einen "außergewöhnlich universellen Wert" besitzen, zu erhalten. In Bayern gibt es acht Welterbestätten: Würzburger Residenz und Hofgarten, die Wallfahrtskirche "Die Wies", die Altstadt von Bamberg, die Grenzen des Römischen Reiches: Obergermanisch-Raetischer Limes, die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof, die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen, das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth und das historische Augsburger Wassersystem. (Erklärt von Georg Wolf, BR24)