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Welt-Aids-Tag: Menschen haben Angst, sich testen zu lassen | BR24

© picture alliance / NurPhoto / Narayan Maharjan

Kinder in Nepal schmücken zum Welt-Aids-Tag eine Aids-Schleife mit Kerzen

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    Welt-Aids-Tag: Menschen haben Angst, sich testen zu lassen

    Obwohl Aids inzwischen behandelbar ist, haben viele Menschen Angst, sich testen zu lassen. Mit zahlreichen Aktionen rufen Verbände, Vereine und Organisationen zum Welt-Aids-Tag auf, die Krankheit weiter ernst zu nehmen.

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    Knapp 12.000 Menschen leben in Bayern mit dem HI-Virus. Und obwohl der Ausbruch und die Infektion durch Medikamente verhindert werden können, haben immer noch viele Betroffene mit Vorurteilen und Ausgrenzung zu kämpfen. Vielleicht ein Grund dafür, warum sich viele Menschen nicht testen lassen – und zwar vor allem junge Menschen. Dabei ist gerade in der Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen die Infektionsrate besonders hoch.

    Anonyme Tests bei der Münchner Aidshilfe

    Die Münchner Aidshilfe bietet dreimal wöchentlich sogenannte Checkpoints an. Jeder kann sich dort anonym testen lassen und bekommt das Ergebnis bereits nach zehn Minuten mitgeteilt.

    Seit Kurzem gibt es in Deutschland auch Heimtests

    Seit Oktober dürfen in Deutschland auch HIV-Heimtests frei verkauft werden. Der Schnelltest zu Hause kostet ca. 30 Euro und funktioniert wie ein Blutzuckertest für Diabetiker. Eine Beratungsstelle ersetzt der Test aber nicht, sagt die Sozialpädagogin Johanna Schneider von der Münchner Aidshilfe.

    Weltweit wohl fast 37 Millionen Infizierte

    Für mehr Aufklärung zum Thema Aids und gegen die Angst vor einer Stigmatisierung setzt sich auch das evangelische Partnerschaftszentrum Mission EineWelt in Nürnberg ein. Gisela Voltz arbeitet dort im Referat Entwicklung und Politik, und sie warnt: Unwissenheit und die Furcht vor dem HIV-Test würden häufig Prävention und Behandlung verhindern.

    Laut dem UN-Aids-Report 2018 wissen etwa 25 Prozent der weltweit geschätzten 36,9 Millionen Menschen mit HIV nicht, dass sie infiziert sind. 41 Prozent von ihnen haben keinen Zugang zu Behandlung und Medikamenten.

    Auch viele Kinder leiden unter HIV

    Der Bundesverband Kinderhospiz weist darauf hin, dass weltweit auch 1,8 Millionen Kinder mit dem HI-Virus infiziert sind. Die Experten fordern eine bessere Versorgung, denn nur gut die Hälfte bekommt laut UN-Aids-Report eine optimale Behandlung. Dabei, so Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz, könnten sie mit den nötigen Medikamenten "gut leben und alt werden".

    2017 starben nach Schätzungen weltweit rund 110.000 Säuglinge und Kinder bis 14 Jahren an Aids, zehn Jahre zuvor waren es noch 250.000.

    Autoren
    • Severin Veitleder
    • Ilanit Spinner
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