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Welpen und Hunde als Geldmaschine | BR24

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© BR/Judith Zacher

Mit süßen Hundevideos wird im Internet Mitleid erregt

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Welpen und Hunde als Geldmaschine

Wem bei kleinen Hundewelpen nicht das Herz aufgeht, der muss abgebrüht sein, besonders wenn sie angeblich verfolgt werden. Manche Tierschutzorganisation wirbt so für die Vermittlung von Welpen, doch nicht immer hat das etwas mit Tierschutz zu tun.

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Auch im Ausland ist Tierschutz bitter nötig und von vielen Organisationen wird dies auch sinnvoll betrieben. Doch der massenhafte Transport von Hunden aus dem Ausland nach Deutschland ist, auch wenn es angeblich zu deren Schutz geschieht, unter Umständen in vielen Fällen gar nicht nötig. Meist fließen für die Transporte viel Geld - sie bringen hierzulande aber große Probleme mit sich.

Im Internet zieht Mitleid

So war es auch bei Husky-Weibchen Mischa, die inzwischen im Nördlinger Tierheim lebt. Ursprünglich kam die Hündin aus Rumänien, so Tierheimleiterin Manuela Kaußen. Ein Husky braucht viel Auslauf und Beschäftigung. Der neue Besitzer war dem nicht gewachsen – er hatte wohl nur ein Foto von Mischa im Internet gesehen.

"Die große Problematik ist, dass die Leute im Internet auf die Mitleidsschiene gezogen werden. Je schlimmer die Beschreibung ist, umso mehr Mitleid hat man und umso mehr sagt man: Genau den möchte ich retten." Manuela Kaußen, Leiterin des Nördlinger Tierheims

Straßenhunde können sich oft nicht unterordnen

Etwa einmal im Monat wird so ein Hund im Nördlinger Tierheim abgegeben. Meist haben sie zuvor auf der Straße gelebt, haben sich um sich selbst gekümmert. Dass sie sich dann in Deutschland unterordnen und anpassen, funktioniert in den seltensten Fällen. Gerd Schuster vom Hundezentrum Mittelfranken reist immer wieder nach Bulgarien, Rumänien und in andere europäische Länder und dokumentiert das Leben der Straßenhunde.

Welpen der Mutter genommen

Seit ihrer Kindheit kennt er etwa eine Hündin in einem Park in Bulgarien. Sie wurde von den Leuten vor Ort versorgt. Ihr Ernährungszustand war laut Gerd Schuster gut, erst kürzlich hatte sie Junge bekommen. Doch die waren eines Morgens einfach weg – im Alter von sechs Wochen. Schuster hat die Welpen wiedergefunden – in einer Anzeige im Internet.

"Ihre Mutter hätte sie im Stich gelassen, steht bei den Fotos. Außerdem seien sie krank. Eine Tierschützerin kümmere sich Tag und Nacht um sie." Gerd Schuster, Hundezentrum Mittelfranken

400 Euro für einen ausländischen Hund

Die Spenden werden fließen, da ist sich Gerd Schuster sicher. Immer wieder komme es sogar vor, dass die Organisationen ganze Erbschaften erhalten. Zu den Spenden kommen die Vermittlungsgebühren für die Hunde. „300 bis 400 Euro Vermittlungsgebühr nehmen die Vereine für so einen Hund - vom neuen Frauchen oder Herrchen in Deutschland. Zieht man die Kosten für Transport, Tierarztbehandlung und, je nach Alter, Kastration ab, bleiben etwa 100 bis 300 Euro. Pro Hund. 30 bis 40 Welpen sind es pro Transport.“

Doch, ob die Impfungen gewissenhaft durchgeführt werden, daran hat Tierarzt Wulf-Dietrich Kavasch seine Zweifel. Sinnvoller Tierschutz sieht anders aus, sagt er. Die Lösung vor Ort wäre eine Kastration der Straßenhunde.