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Welchen Eindruck die Oberfranken im Bundestag hinterlassen haben | BR24

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Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl fragt BR24, welchen Eindruck die oberfränkischen Abgeordneten im Deutschen Bundestag hinterlassen haben.

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Welchen Eindruck die Oberfranken im Bundestag hinterlassen haben

In einem halben Jahr ist Bundestagswahl. Damit neigt sich die Amtszeit der derzeitigen Abgeordneten dem Ende zu. BR24 schaut zurück: Welchen Eindruck haben Abgeordnete aus der Region hinterlassen? Was haben die „MdBs“ aus Oberfranken angepackt?

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Von
  • Stanislaus Kossakowski

Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl fragt BR24, welchen Eindruck die oberfränkischen Abgeordneten im Deutschen Bundestag hinterlassen haben.

Zehn Oberfranken im Deutschen Bundestag

Aus Oberfranken sind 2017 zehn Parlamentarier in den Bundestag eingezogen. Genauer: Vier Frauen und sechs Männer. Zwei von ihnen haben es in die Bundesregierung geschafft: Anette Kramme von der SPD und CSU-Mann Thomas Silberhorn. Beide sind Parlamentarische Staatssekretäre und vertreten als solche die Ministerin oder den Minister. Bei Verteidigungs-Staatssekretär Silberhorn war das zunächst Ursula von der Leyen, dann Annegret Kramp-Karrenbauer, die er mitunter bei Soldaten-Gelöbnissen vertrat.

Silberhorn: Einsatz für die US-Truppen in Deutschland

Sein Amt hat den Bamberger Thomas Silberhorn an manchen Krisenherd der Welt geführt. Auch ins Weiße Haus - wenige Monate vor dem Ende von Donald Trumps Amtszeit als US-Präsident. Dort wies er im Gespräch mit Vizepräsident Mike Pence auf die Wichtigkeit der US-Truppen in Deutschland hin. Geändert hat das allerdings nichts. Trumps Pläne, große Teile der amerikanischen Truppen auch aus den fränkischen Regionen abzuziehen, hat erst Amtsnachfolger Joe Biden gestoppt.

Kramme: Kurzarbeitergeld statt unbefristeter Arbeitsverträge

Auch Anette Kramme - Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales - hat auf manches politische Ziel einige Energie verwendet. So setzte sich die Bayreuther Sozialdemokratin etwa für die Abschaffung "sachgrundlos befristeter Arbeitsverträge" ein. Doch das Thema ist von der Coronakrise, in der besonders die Kurzarbeit im Fokus steht, verdrängt worden.

Die zehn Bundestagsabgeordneten aus Oberfranken:

Bamberg

  • Lisa Badum (Grüne)
  • Andreas Schwarz (SPD)
  • Thomas Silberhorn (CSU)

Bayreuth

  • Thomas Hacker (FDP)
  • Anette Kramme (SPD)
  • Dr. Silke Launert (CSU)
  • Tobias Peterka (AfD)

Hof

  • Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU)

Coburg

  • Hans Michelbach (CSU)

Kulmbach

  • Emmi Zeulner (CSU)

Badum: Ritt auf der Klima-Welle

Unter den oberfränkischen Bundestagsabgeordneten fällt immer wieder Lisa Badum auf, die klimapolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Das mag zum einen am hohen Stellenwert liegen, den das Thema Klimapolitik erreicht hat. Die Bambergerin tritt aber in ihrer ersten Legislaturperiode von Beginn an auch mit engagierten Reden und Widerworten auf. Die 37-Jährige hat sich als leidenschaftliche Klimapolitikerin profiliert, die offen ihre Sympathien für die Fridays for Future-Bewegung zeigt - und zu Aktivisten, die gegen den Braunkohleabbau kämpfen. Das hat ihr auch Kritik eingebracht - von politischen Gegnern, die ihr Nähe zu gewaltbereiten Aktivisten vorwerfen.

Friedrich: Erst Minister jetzt Bundestags-Vize

Nicht mehr stark im Rampenlicht steht der CSU-Abgeordnete Hans-Peter Friedrich aus Hof. Er war früher Bundesinnenminister und für zwei Monate auch Agrarminister. In der laufenden Legislaturperiode bekleidet er das Amt des Bundestags-Vizepräsidenten. Als solcher hat er für einen ordnungsgemäßen Verlauf der Plenarsitzungen zu sorgen. Dazu muss er gelegentlich auch eine gewisse Strenge zeigen. So erteilte er im Januar dieses Jahres einer Abgeordneten von der Partei "Die Linke" einen Ordnungsruf, als sie nach Friedrichs Einschätzung einen AfD-Parlamentarier persönlich herabgewürdigt hatte.

Michelbach: Abschied aus dem Bundestag nach 27 Jahren

Und dann ist da Friedrichs Parteikollege, Hans Michelbach. Der CSU-Mann beschließt mit dem Ende dieser Legislaturperiode seine 27 Jahre währende Zeit im Bundestag. Er machte sich dort seit jeher stark für die mittelständische Wirtschaft.

Zeulner: Junge Gesundheitspolitikerin mit Hoffnung auf mehr

Die jüngste unter Oberfrankens CSU-Abgeordneten ist Emmi Zeulner. Die 34-jährige Kulmbacherin ist Mitglied im Gesundheitsausschuss. Im Mai 2019 tat sich für sie kurz eine Karrieremöglichkeit auf: Sie war als mögliche Nachfolgerin für die nach Brüssel gewechselte Drogenbeauftragte des Bundes, Marlene Mortler, im Gespräch. Doch Zeulner kam nicht zum Zuge.

Hacker: Umschalten von Landes- auf Bundespolitik

Den vormaligen Landtagspolitiker Thomas Hacker (FDP) hat seine erste Amtszeit im Bundestag leiser werden lassen, als er es noch als Fraktionschef der Liberalen im Maximilianeum war. Er musste sich in die Aufgabe als medienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und als Verantwortlicher für Erinnerungspolitik einarbeiten.

Launert, Schwarz, Peterka: Sacharbeit in Bundestagsausschüssen

Silke Launert (CSU) aus dem Wahlkreis Bayreuth sitzt als Obfrau an der Spitze des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie hat sich in letzter Zeit viel mit Änderungen am Bundeselterngeld befasst.

Haushaltspolitik und unter anderem die Mitgliedschaft im Rechnungsprüfungsausschuss beschäftigen den Bamberger Abgeordneten Andreas Schwarz von der SPD.

Für die AfD sitzt Tobias Peterka im Bundestag. Er hatte vom Wahlkreis Bayreuth aus den Sprung nach Berlin geschafft und ist dort insbesondere mit Fragen des Europarechts befasst.

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