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In Würzburg sind 40 neue Stolpersteine verlegt worden. Diese erinnern an jüdische Opfer des Nationalsozialismus.

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Weitere Stolpersteine erinnern an Deportationen aus Würzburg

Ältere Frauen und Männer lebten in den 1930er Jahren in den beiden Altersheimen und dem Krankenhaus in der Würzburger Dürerstraße. 40 von ihnen wurden von den Nazis deportiert, weil sie Juden waren.

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Von
  • Carolin Hasenauer

Sie erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten deportiert wurden: Stolpersteine, die mit ihren kleinen quadratischen Erinnerungstafeln aus Messing längst das Bild vieler Städte prägen. In Würzburg wurden jetzt weitere 40 Steine verlegt. Insgesamt liegen jetzt 625 Stolpersteine in Würzburg - so viele wie in keiner anderen bayerischen Stadt.

Gedenkveranstaltung als Video

"Verschwundene Nachbarn 1942" – so lautete der Titel der Veranstaltung des Arbeitskreises Stolpersteine Würzburg am Vorabend dieser 29. Verlegung im Keller Z87 auf dem Bürgerbräu-Gelände. Sie wurde als Video-Stream übertragen. Nach Grußworten von Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Dr. Josef Schuster, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, stellte der Würzburger Lokalhistoriker Dr. Roland Flade die Geschichte des Jüdischen Krankenhauses seit 1885 vor. Historikerin Maja Andert widmete sich der Frage, warum fast ausnahmslos Frauen unter den Opfern sind. Das Duo "AMuse" mit Michiru Soeda an der Violine und Arseniy Strokovskiy am Akkordeon, von der Würzburger Hochschule für Musik, gestaltete den Abend musikalisch.

Verlegung der Steine ohne Publikum

Auch bei der Verlegung der Stolpersteine am Freitag konnte die Öffentlichkeit coronabedingt nicht anwesend sein. In einem großen Mosaik wurden die Steine zum Gedenken an die Menschen der ehemaligen jüdischen Einrichtungen, also des Jüdischen Krankenhauses und der beiden Altersheime, in den Boden eingelassen. Neben kurzen Reden der Bürgermeisterin Judith Jörg und Dr. Josef Schuster riefen Schülerinnen der Maria-Ward-Schule die Lebensgeschichten der Ermordeten in Erinnerung.

Kunst, Erinnerung, Mahnung

Die in das Pflaster eingelassenen Steine erinnern an deportierte und ermordete Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Euthanasie-Opfer. Verlegt werden die Steine vor dem letzten selbstgewählten Wohnort der Opfer. Inzwischen liegen Stolpersteine in 1265 Kommunen Deutschlands und in einundzwanzig Ländern Europas – sie gelten als größtes dezentrales Mahnmal der Welt. Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins übernehmen.

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Bildrechte: Michael Stolz / AK Stolpersteine

In Würzburg sind weitere Stolpersteine zum Gedenken die Opfer des Nationalsozialismus verlegt worden. Würzburg ist die Stadt mit den meisten Stolpersteinen in Bayern.

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