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Weitere Hepatitis-C-Infektionen bei Donauwörther Patienten | BR24

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Hepatitis-Fälle in Donauwörth: Arzt war medikamentenabhängig

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Weitere Hepatitis-C-Infektionen bei Donauwörther Patienten

Die Zahl der bestätigten Hepatitis-Fälle bei Patienten der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth ist auf zwölf gestiegen. Tausende OPs werden weiter überprüft. Das Gesundheitsamt hofft, bald Klarheit über Zahl der Infektionen schaffen zu können.

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Im Hepatitis-Skandal an der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen weiter an. Man werde wohl erst Ende nächster Woche Klarheit darüber haben, wie viele Menschen sich angesteckt haben, so der Leiter des Gesundheitsamtes Donau-Ries, Dr. Rainer Mainka.

Anästhesist unter Verdacht

Am Donauwörther Krankenhaus ist vergangene Woche eine Welle an Hepatitis-Infektionen bekannt geworden. Unter Verdacht steht ein ehemaliger Anästhesist des Krankenhauses. Er war nach Angaben des Landratsamts in Donauwörth medikamentenabhängig und hatte selbst Hepatitis C. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Noch ist nicht geklärt, wie der Arzt die Patienten angesteckt haben könnte.

Tausende Operationen werden auf Beteiligung des Arztes geprüft

Der Arzt war zumindest an etwa 700 Operationen beteiligt. Überprüft werden außerdem mehrere tausend Operationen, in denen der Anästhesist möglicherweise als Ablöse oder Vertretung anwesend war. Bei mindestens einem Patienten, bei dem in den letzten Tagen eine Hepatitis-C-Infektion nachgewiesen wurde, war das der Fall.

Anästhesist kurzfristig bei den Kliniken Ostalb tätig

Wie der BR auf Nachfrage beim Landratsamt Aalen erfuhr, war der Anästhesist vom 1. bis zum 16. Oktober bei den Kliniken Ostalb beschäftigt worden. Dort wurde er wegen der nun fehlenden Vertrauensbasis fristlos entlassen, erklärte eine Sprecherin des Landratsamts. Beim Einstellungsgespräch seien die Vorgänge in Donauwörth nicht angesprochen worden. Die Untersuchung durch den Betriebsarzt habe keine Auffälligkeiten ergeben. Auch das Arbeitszeugnis des vorherigen Arbeitgebers sei einwandfrei gewesen.