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Weitere Festnahmen nach tödlichem Streit in Augsburg | BR24

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Weitere Festnahmen nach tödlichem Streit in Augsburg

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Feuerwehrmann in Augsburg hat die Polizei weitere vier Verdächtige festgenommen. Damit haben die Ermittler inzwischen sechs der sieben Personen gefasst, die mit der Gewalttat in Verbindung stehen sollen.

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Neben dem 17-jährigen Hauptverdächtigen und seinem ebenfalls 17-jährigen mutmaßliche Mittäter sind nun noch vier weitere Personen der siebenköpfigen Gruppe festgenommen worden. Der Gruppe wird vorgeworfen, einen 49-jährigen Feuerwehrmann attackiert und mit einem Schlag tödlich verletzt zu haben.

Das Opfer war gemeinsam mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar am Freitagabend in der Augsburger Innenstadt unterwegs, als sie mit den jungen Männern aus bislang unbekannter Ursache in Streit gerieten.

Verdächtige anhand von Videoaufnahmen schnell ermittelt

Die beiden zunächst festgenommenen Jugendlichen sind nach Angaben der Polizei bereits polizeilich bekannt. Die Verdächtigen befinden sich in Gewahrsam und sollen morgen dem Haftrichter vorgeführt werden. Sie konnten anhand von Videoaufnahmen des Tatortes identifiziert werden.

Wie die Polizei mitteilte, wurde aus ermittlungstaktischen Gründen darauf verzichtet, mit einer Täterbeschreibung oder mit dem sichergestellten Videomaterial der Überwachungskameras an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Ermittlungserfolg sollte nicht gefährdet werden, hieß es.

Hauptverdächtiger ist ermittelt

Wie die Polizei dem Bayerischen Rundfunk mitteilte, handelt es sich bei dem mutmaßlichen Haupttäter um einen in Augsburg geborenen 17-Jährigen mit deutscher sowie türkischer und libanesischer Staatsangehörigkeit. Der zweite Festgenommene ist Italiener und ebenfalls 17 Jahre alt. Die beiden Jugendlichen sind bereits polizeilich bekannt.

Einer der Verdächtigen, ein 19-Jähriger, hat sich selbst der Polizei gestellt, wie sein Anwalt dem BR sagte. Der junge Mann befinde sich ebenfalls in Polizeigewahrsam. Er sei in das Gedränge mit einer der beiden Frauen verwickelt gewesen, erklärte sein Anwalt weiter.

© BR

Markus Trieb, Pressesprecher der Polizei in Augsburg, gibt Details zur Identität der festgenommenen Tatverdächtigen bekannt.

Innenminister Herrmann zeigt sich mit Fahndungserfolg zufrieden

Innenminister Herrmann lobte die Ermittlungen und die schnellen Fahndungserfolge: "Ich bin sehr dankbar, dass die Augsburger Kriminalpolizei die Täter so schnell ausfindig gemacht hat. Hier ist natürlich auch die Videoüberwachung sehr hilfreich gewesen", so Herrmann gegenüber dem BR. Der genaue Tathergang werde nun sorgfältig ermittelt. "Es kam offensichtlich zu einem Streit auf offener Straße und völlig unverhofft zu einem Schlag, beziehungsweise dem tätlichen Angriff aus der Tätergruppe heraus."

Streitursache nicht bekannt

Warum es zur Auseinandersetzung zwischen den befreundeten Ehepaaren und den jungen Männern kam, ist bisher nicht bekannt. Im Verlauf des Streits, der zunächst verbal erfolgte, wurde der 49-jährige Feuerwehrmann am Kopf verletzt und stürzte zu Boden. Die Wiederbelebungsversuche der Notärzte blieben erfolglos, der Mann verstarb noch im Rettungswagen. Auch sein 50-jähriger Begleiter wurde geschlagen und im Gesicht verletzt, die beiden Frauen wurden jedoch nicht attackiert.

Feuerwehr trauert um Kollegen

Indessen ist in Augsburg und in ganz Bayern die Betroffenheit groß. Der gewaltsame Tod des Feuerwehrmanns bestürzt viele Menschen. Kollegen des Toten stehen unter Schock. Am Tatort nahmen sie Abschied und gedachten des 49-Jährigen. Viele Augsburger legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

Innenminister Seehofer und Bayerns Ministerpräsident Söder zeigten sich fassungslos. "Was mich wirklich aufgewühlt hat, ist, dass in Augsburg ein friedfertiger Bürger totgeschlagen wurde, schlichtweg totgeschlagen wurde", sagte Innenminister Horst Seehofer im BR Fernsehen.

"Wir alle sind erschüttert über die schreckliche Gewalttat in Augsburg", sagte Markus Söder. "Unser aller Mitgefühl gebührt den Angehörigen des Feuerwehrmanns, der am Freitagabend Opfer eines brutalen Angriffs geworden ist."