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Der Brief enthält eine eindeutige Drohung

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    Weitere Drohungen gegen Moscheen in Mittelfranken

    Unbekannte haben mehrere Drohbriefe an Moschee-Gemeinden in Mittelfranken geschickt. Den Muslimen wird mit Völkermord gedroht. Die Kriminalpolizei ermittelt. Ein Landtagsabgeordneter fordert nun mehr Schutz für Moscheen.

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    Von
    • Jonas Miller

    Mehrere Moscheen in Mittelfranken haben Drohbriefe von Unbekannten erhalten. Neben der Türkisch Islamischen Moschee-Gemeinde Dietenhofen bei Ansbach hat laut BR-Informationen auch die Mevlana Moschee in Lauf an der Pegnitz einen solchen Hassbrief geschickt bekommen.

    Wie Bülent Bayraktar, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in der Metropolregion Nürnberg, mitteilte, wurde deswegen Anzeige bei der Polizei erstattet. Diese prüft laut BR-Informationen nun verschiedene Straftatbestände.

    Briefe enthalten Beleidigungen und Morddrohung

    Laut Bayraktar enthalten die Briefe Beleidigungen wie "Dumm, dümmer, Islam!" und auch eine Drohung. Demnach wolle der unbekannte Absender mit den Gläubigen so verfahren wie bereits mit den Juden verfahren wurde.

    Die Türkische Gemeinde in der Metropolregion Nürnberg stuft diesen Fall nicht als Bedrohung einer einzelnen Moschee-Gemeinde ein. Es sei ein Angriff auf alle Türken und Muslime in der Region. Der Gemeinde-Vorsitzende Bayraktar erklärte: "Auf Hass, Hetze und Diffamierung können sehr leicht Taten folgen. Die Geschichte lehrt uns, wie beispielsweise am 9. November 1938 in der Reichspogromnacht aus Worten Taten wurden."

    Zudem seien in den vergangenen Jahren auch Türken in der Region von Rechtsterroristen des NSU ermordet worden. Die Gemeinde rufe daher alle demokratischen Kräfte auf, nicht zu schweigen.

    Landtagsabgeordneter fordert Schutz für Moscheen

    Der Nürnberger SPD-Landtagsabgeordnete Arif Taşdelen forderte unterdessen einen besseren Schutz für Moscheen. Er gehe davon aus, dass "fast alle Moscheen in Nürnberg und Umgebung" solche Drohschreiben erhalten hätten. In einem Brief an CSU-Innenminister Joachim Herrmann fordert Taşdelen, die Bedrohungslage müsse neu bewertet werden.

    Auch Politiker von CSU, Freien Wählern und FDP zeigten sich entsetzt über die Bedrohungslage und schickten der Türkisch-Islamischen Gemeinde Nürnberg Solidaritätsbekundungen, die dem BR vorliegen.

    Rechtsextremistin schickte zuvor Drohbrief mit Patrone

    Bereits Anfang des Jahres wurde ein Drohbrief an eine Moscheegemeinde im mittelfränkischen Röthenbach an der Pegnitz geschickt. In dem Hassbrief hieß es wörtlich: "Ihr werdet niemals sicher sein!". In dem Briefumschlag befand sich auch eine Patrone. Die Polizei ermittelte dann eine 54-jährige Tatverdächtige aus dem Landkreis Nürnberger Land, die laut BR-Informationen Anhängerin der rechtsextremen Partei "Der dritte Weg" ist.

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