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Weiter Sorge nach Keimfunden in Wurst | BR24

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Zwei Todesfälle und 37 Krankheitsfälle stehen möglicherweise in Zusammenhang mit Wurstwaren der hessischen Firma Wilke. Auch in Bayern gelangten Produkte der Firma in den Handel. Foodwatch wirft den Behörden und dem Unternehmen Versäumnisse vor.

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Weiter Sorge nach Keimfunden in Wurst

Zwei Todesfälle und 37 Krankheitsfälle stehen möglicherweise in Zusammenhang mit Wurstwaren der hessischen Firma Wilke. Auch in Bayern gelangten Produkte der Firma in den Handel. Foodwatch wirft den Behörden und dem Unternehmen Versäumnisse vor.

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Am Dienstag hat der hessische Kreis Waldeck-Frankenberg den Betrieb des Wurstproduzenten Wilke geschlossen. Weltweit wurden danach Produkte des Herstellers zurückgerufen. Der Grund: In Waren der Firma wurden Listerien - das sind Bakterien - nachgewiesen.

Produkte der Firma stehen im Verdacht, für den Tode zweier älterer Personen in Südhessen und 37 Krankheitsfälle verantwortlich zu sein. Man sei "aufgrund der Daten des Robert Koch-Instituts zu dem Schluss gekommen, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Verzehr von Wurstprodukten besteht", sagte Hartmut Wecker, Sprecher des Kreises Waldeck-Frankenberg. Listerien sind Bakterien, die zu Durchfall und Fieber führen können. Für alte und kranke Menschen können sie lebensgefährlich sein.

Warnung für alle Produkte von Wilke

Auf der Seite lebensmittelwarnung.de, dem Portal von Bundesländern und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, wird mit Datum vom Mittwoch vor den Wurstwaren gewarnt. "Produktbezeichnung: Alle Erzeugnisse der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG, Identitätskennzeichen 'DE EV 203 EG'."

Produkte der Firma wurden, so lautet die Information weiter, auch in loser Form über den Lebensmitteleinzelhandel in Umlauf gebracht, zum Beispiel an Wursttheken, und in Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Kliniken "in den Verkehr gebracht". Die Warnung gilt für ganz Deutschland.

Kritik am Vorgehen von Behörden und dem Wurstwaren-Unternehmen

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat den Behörden und dem nordhessischen Wurstproduzenten "schwere Versäumnisse" vorgeworfen. Es sei inakzeptabel, dass noch immer keinerlei Angaben zu den Verkaufsstellen der zurückgerufenen Produkte gemacht worden seien, teilte die Organisation mit.

Auch gebe es bislang keine Liste der betroffenen Produkte. Behörden hatten erklärt, eine Liste sei nicht nötig, da alle Produkte von Wilke als solche deklariert seien. Waren unter anderen Markennamen seien nicht bekannt. Dem widerspricht Foodwatch und nennt als Beispiel Metro.

Rückruf bei Metro

So hat METRO Deutschland sämtliche Artikel des Lieferanten Wilke nach eigenen Angaben "vorsorglich" zurückgerufen. Betroffen von dem Rückruf seien sämtliche Markenartikeln der Firma Wilke, aber auch folgende Metro-Eigenmarkenartikel: "aro Peperonisalami", "aro Pizzasalami", "Metro Chef Peperonisalami" sowie "Metro Chef Pizzasalami".

"Aus Sicht von foodwatch reicht es nicht aus, ausschließlich Wilke als Hersteller der zurückgerufenen Produkte sowie das Identitätskennzeichen zu benennen", heißt es in der Mitteilung von foodwatch. "Die Verbraucherinnen und Verbraucher könnten die Herkunft der Produkte nicht sicher nachvollziehen. Und Wilke produziere "offenbar auch für Handelsmarken".

Wilke hat vorläufiges Insolvenzverfahren beantragt

Das Unternehmen Wilke habe die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Korbach. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Kassel wegen fahrlässiger Tötung. Es gebe einen Anfangsverdacht, sagte eine Sprecherin. Dieser richte sich noch nicht gegen eine konkrete Person.