Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Weiter Islam-Unterricht an bayerischen Schulen | BR24

© BR

CSU und Freie Wähler haben sich darauf verständigt, den Islam-Unterricht an bayerischen Schulen fortzusetzen. Allerdings sucht man offenbar nach einem neuen Namen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Weiter Islam-Unterricht an bayerischen Schulen

CSU und Freie Wähler haben sich darauf verständigt, den Islam-Unterricht an bayerischen Schulen fortzusetzen. Allerdings sucht man offenbar nach einem neuen Namen.

Per Mail sharen

Lange war die Zukunft des Islam-Unterrichts an bayerischen Schulen unklar - nun ist eine Entscheidung gefallen. Wie am Donnerstag bekannt wurde, haben sich CSU und Freie Wähler darauf verständigt, den entsprechenden Modellversuch fortzusetzen und auszuweiten. Zunächst hatte die Frankfurter Allgemeine darüber berichtet.

Kommende Woche berät das Kabinett

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) lobte die Vereinbarung. In der kommenden Woche will er einen entsprechenden Gesetzentwurf ins Kabinett einbringen. Seit über zehn Jahren gibt es an bayerischen Schulen den "Islamischen Unterricht", inzwischen an rund 350 Schulen. Ursprünglich sollte der Modellversuch im Juli auslaufen.

Islam-Unterricht soll kein Regelfach werden

Ein Regelfach soll der Islam-Unterricht aber auch künftig nicht werden. Das stellte auch CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer klar: "Es macht nur dort Sinn, wo auch genügend Schüler Interesse dafür haben. Also, darauf kann es keinen Rechtsanspruch geben".

Gegen einen Regelunterricht wie den Religionsunterricht sprechen zudem verfassungsrechtliche Gründe, weil die Muslime in Deutschland derzeit keinen Status als Körperschaft des Öffentlichen Rechts und als Religionsgemeinschaft besitzen. Außerdem gibt es zunächst nicht mehr Geld für den Islam-Unterricht. Das heißt, dass es in Bayern vorerst auch bei den aktuell knapp 100 staatlich ausgebildeten Lehrern bleibt.

CSU-Fraktionschef Kreuzer sieht im staatlich kontrollierten Islam-Unterricht auch ein wirksames Mittel gegen Radikalisierung. Dieser Meinung ist auch Freie-Wähler-Fraktionschef Florian Streibl. Er nannte die nun erzielte Einigung ein gutes Ergebnis. Der FAZ hatte Streibl zudem gesagt, dass man aktuell nach einem neuen Namen suche, weil Islam-Unterricht "missverständlich" sei. Es handle sich vielmehr um eine "Art staatlichen Werteunterricht".