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Weite Wege zum nächsten Arzt: Abtreibungen in Bayern erschwert | BR24

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Immer weniger Ärzte in Bayern führen Abtreibungen durch. Angst vor Anfeindungen und Stigmatisierung spielt eine Rolle. Außerdem fehlt der Nachwuchs. Frauen müssen für eine Abtreibung zum Teil weite Wege auf sich nehmen.

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Weite Wege zum nächsten Arzt: Abtreibungen in Bayern erschwert

In Bayern müssen Frauen für eine Abtreibung zum Teil weite Wege auf sich nehmen. Immer weniger Ärzte führen Abbrüche durch, auch aus Angst vor Anfeindungen. In Niederbayern und der Oberpfalz ist die Versorgung besonders schlecht.

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In Deutschland sind Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Woche nach einer Konfliktberatung erlaubt. Auch eine Studentin aus Passau, die Anna genannt werden will, war vor fünf Jahren ungewollt schwanger. "Ich wusste von Anfang an, dass ich nicht schwanger bleiben will und auch kein Kind großziehen will", erzählt sie.

Dass sie schwanger war, hatte sie erst nach mehr als neun Wochen bemerkt. Sie organisiert Termine bei Konfliktberatung und Ärzten. Zwei Wochen später treibt sie ab - gerade noch innerhalb der Frist.

Versorgungslücke in Niederbayern und der Oberpfalz

Heute würde Anna in Passau keinen Arzt dafür finden. Der Gynäkologe von damals hat aufgehört. In ganz Niederbayern und der Oberpfalz gibt es keinen Arzt mehr, der auf Wunsch der Frau Abbrüche bis zur zwölften Woche durchführt.

Frauen müssen nach München oder Nürnberg fahren. Eine unzumutbare Belastung, findet Thoralf Fricke, Landesgeschäftsführer von Pro Familia. Zweimal mehrere hundert Kilometer zu fahren sei organisatorisch und finanziell eine Belastung. Aber auch medizinische Komplikationen könnten auftreten. Das müssten Frauen erst einmal hinkriegen, sagt Fricke.

Pro Familia kritisiert Staatsregierung

Nur für Frauen, die ihre Schwangerschaft früh bemerken, gibt es bei Landshut und in Regensburg die Möglichkeit, mit Medikamenten abzubrechen. Aber das reicht nicht, findet Fricke.

„Es kann nicht sein, dass in ganz Niederbayern/Oberpfalz kein einziges Krankenhaus, also keine einzige stationäre Versorgung sichergestellt ist. Und dann stellt sich der Freistaat Bayern hin und sagt, er kommt seiner gesetzlichen Verpflichtung nach. Also sorry. Aber wo denn dann?“ Thoralf Fricke, Pro Familia

Frauen müssen Möglichkeit zum Abbruch haben

Ein Bundesgesetz verpflichtet die Länder, ein ausreichendes ambulantes und stationäres Angebot für Schwangerschaftsabbrüche sicherzustellen. Das Angebot sei da, argumentiert das bayerische Gesundheitsministerium und verweist auf eine Liste, auf der alle Ärztinnen und Ärzte, die eine Weiterbildung für Abbrüche gemacht haben, aufgeführt sind.

Passauer Stadtrat verbietet Abtreibungen am Klinikum

Solche Ärzte arbeiten auch am städtischen Klinikum Passau. Doch was nicht berücksichtigt wird: Hier dürfen Mediziner gar keine Abbrüche durchführen – ein Stadtratsbeschluss verbietet es ihnen.

1998 und 2007 versuchte Stadträtin Erika Träger, das Verbot zu kippen – ohne Erfolg. Es könne nicht angehen, dass ein gut ausgestattetes Klinikum wie in Passau in allen Bereichen Maximalversorgung anbiete, aber an der Stelle eine Versorgungslücke habe.

Unikliniken sollen herangezogen werden

Ganz egal, ob Passaus Stadtrat irgendwann das Verbot aufhebt. Für Pro Familia ist das Problem damit nicht gelöst. Der Gesetzgeber müsste von den Ländern mehr einfordern, der Freistaat seine Universitätskliniken verpflichten, fordert Thoralf Fricke. Dann gäbe es in Regensburg diese Möglichkeit. Und auch für Passau gibt es Pläne, dass aus dem Krankenhaus ein Uniklinikum wird.

„Die Kliniken wären verpflichtet, dann in der Personalauswahl dafür zu sorgen, dass auch ausreichend Personal da ist, das die Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Das wäre schon mal ein erster Schritt“, betont Fricke.

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