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Weinlese in Franken beginnt: Wenig Trauben, guter Jahrgang | BR24

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Die Weinlese 2020 hat begonnen, die Ernteaussichten sind allerdings durchwachsen, denn durch den Spätfrost im Mai sind viele Weinreben erfroren. Auch ist fraglich, ob es genug Erntehelfer aufgrund der Pandemie gibt.

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Weinlese in Franken beginnt: Wenig Trauben, guter Jahrgang

Für den neuen Weinjahrgang haben die fränkischen Winzer offiziell mit der Weinlese begonnen. Mancherorts sind durch den späten Frost im Mai bis zu 80 Prozent der Reben erfroren. Aus den übrigen Trauben könnte ein hervorragender Jahrgang werden.

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"Wegen einer Nacht. Das ist schon hart zu sehen, wie viel Arbeit man da das Jahr über reingesteckt hat", sagt Winzer Martin Münch aus Sommerach. Hier an der Mainschleife hat der späte Frost in der Nacht auf den 12. Mai die Reben besonders stark getroffen - in einigen Weinbergen sind bis zu 80 Prozent der Reben erfroren. "Wir erwarten heuer nur eine Ernte unter 50 Prozent. Das heißt es gibt weniger Wein insgesamt und manche Sorten gar nicht, weil sie schlichtweg nicht gewachsen sind. Zumindest hier in Sommerach und von der Weininsel", erklärt Frank Dietrich, Geschäftsführer und Vorsitzender der Genossenschaft "Winzerkeller Sommerach".

Herausforderndes Jahr

Ganz anders ist die Situation ein paar Kilometer weiter in Randersacker: Winzer Karl Schmitt vom Weingut Schmitt's Kinder ist optimistisch. "Es kann, wenn das Wetter in den nächsten vier Wochen mitspielt, grandiose Sachen geben", so Schmitt. Doch obwohl er vom Frost im Mai verschont geblieben ist, machen ihm die heißer werdenden Sommer Sorgen. "Das war wirklich herausfordernd, die Trockenheit im Frühjahr schon zu spüren. Dann war der Juli extrem trocken, dazu kommt die Intensität der Strahlung. Also ich möchte in so einem Monat kein Weinstock sein!"

Kleinste Lese seit 1985

Den Startschuss für die offizielle Weinlese in Franken geben Weinbauverbands-Präsident Artur Steinmann zusammen mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) und der Fränkischen Weinkönigin Carolin Meyer in Sommerhausen. "Wir haben ja schon im letzten Jahr davon gesprochen, dass es die kleinste Ernte seit 1985 wird. Und in diesem Jahr wird sie noch kleiner werden - aber sie wird sicherlich gut", so Steinmann. Denn sowohl im Winter als auch im Frühjahr blieb der Niederschlag aus - und das nach den beiden Hitzesommern von 2018 und 2019.

Langsame Reifung verspricht guten Wein

Dass die Temperaturen in diesem Sommer nur einige Tage die 30-Grad-Marke überschritten, kam den Trauben wiederum zugute, erklärt Steinmann: "Ich erwarte einen Jahrgang mit starker Fruchtausprägung. Durch die langsame Reifung konnte der Rebstock mehr Mineralien aus dem Boden aufnehmen. Dann stecken mehr Inhaltsstoffe in der Traube und sie schmeckt besser. Und wenn die Traube besser schmeckt, schmeckt der Wein besser."

Milder Herbst ist entscheidend

Und darauf hofft nun auch Martin Münch. Er werde versuchen, auch die zweite und dritte Generation Trauben, die nach dem Frost ausgetrieben sind, zu retten. "Die Lese wird aufwändiger als sonst. Wir müssen zwei, drei oder vier Mal in unsere Weinberge rein, um die Trauben, die noch nachreifen, ernten zu können." Entscheidend für Qualität und Menge seien nun die kommenden Wochen. Münch und die knapp 3.400 fränkischen Winzer wünschen sich sonnige Herbsttage und kühle Nächte. Dieses Wechselspiel auf den letzten Metern ist ideal für die Charakteristik und das Aroma der Weine. Starkregen sollte möglichst ausbleiben, damit die reifen Trauben an den Reben nicht platzen.

Jahrgang ab Frühjahr 2021 im Handel

Die Ortega-Trauben für den Federweißen wurden heuer ab dem 25. August gelesen, also etwas später als im Vorjahr. Die Hauptlese beginnt wie immer etwa drei Wochen darauf und wird bis etwa Ende Oktober dauern. Den ersten Wein aus diesem Jahrgang wird es voraussichtlich im März 2021 zu kaufen geben. Mit mehr als 6.000 Hektar Rebflächen ist Franken eines der größeren Weinanbaugebiete in Deutschland.

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Für den neuen Weinjahrgang haben die fränkischen Winzer offiziell mit der Weinlese begonnen. Mancherorts sind durch den späten Frost im Mai bis zu 80 Prozent der Reben erfroren. Aus den übrigen Trauben könnte ein hervorragender Jahrgang werden.

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