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Weihnachtsmarkt und Corona? So planen Bayerns Regionen | BR24

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Das Münchner Oktoberfest und auch andere Volksfeste sind in diesem Jahr wegen Corona abgesagt. Doch kaum ist die Volksfestsaison rum, kommen die Christkindlmärkte. Der berühmteste, der Nürnberger Christkindlesmarkt, soll unter Auflagen stattfinden.

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Weihnachtsmarkt und Corona? So planen Bayerns Regionen

Das Münchner Oktoberfest und auch andere Volksfeste sind in diesem Jahr wegen Corona abgesagt. Doch kaum ist die Volksfestsaison rum, kommen die Christkindlmärkte. Der berühmteste, der Nürnberger Christkindlesmarkt, soll unter Auflagen stattfinden.

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Heute in drei Monaten, am 27. November, soll der Nürnberger Christkindlesmarkt mit dem Prolog des Christkinds eröffnet werden. Wie das städtische Marktamt mitteilt, erarbeiten die Verantwortlichen derzeit alternative Konzepte, die noch nicht endgültig abgestimmt seien.

Nürnberger Christkindlesmarkt öffnet in drei Monaten

Ziel sei es, einen Christkindlesmarkt möglich zu machen, ohne einzelnen Händlern absagen zu müssen. Die Konzeptentwicklung geschieht in enger Abstimmung mit dem Süddeutschen Schaustellerverband in Nürnberg.

Nun erstelle man eine Machbarkeitsstudie, die Hygiene- und Sicherheitsvorgaben für die geplanten Weihnachtsmärkte in ganz Deutschland erarbeiten soll. Als Vorbild dient dabei das dezentrale Volksfest "Nürnberger Sommertage". Damit habe man gute Erfahrungen gemacht, so das Marktamt.

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Mittel- und Oberfranken: Weihnachtsmärkte mit alternativen Konzepten

Wie Angelika Schäffer, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Franken e.V., mitteilt, sollen in der Region Mittel- und Oberfranken trotz Corona zahlreiche Weihnachtsmärkte mit alternativen Konzepten stattfinden. So denke man etwa über ein Einbahnstraßenkonzept nach, das die Besucher durch die Straßen mit den Weihnachtsständen lotsen soll.

Im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber soll der Reiterlesmarkt über die Altstadt hinweg entzerrt werden, damit alle Schausteller Platz finden. Der Einsatz von Bläserkapellen, dem Posaunenchor und anderen Musikern auf dem Markt wird derweil nicht möglich sein. Zudem ist laut Stadt eine Maskenpflicht geplant. Der Reiterlesmarkt soll in diesem Jahr bereits am 23. November beginnen.

Im oberfränkischen Bamberg halten sich die Verantwortlichen bisher bedeckt, wie und ob der Weihnachtsmarkt stattfinden wird. Zwar seien die regulären Vorbereitungen bereits getroffen und diverse Hygienekonzepte entworfen worden, für eine coronakonforme Umsetzung warte man aber noch auf konkrete Vorgaben von der Staatsregierung, so ein Sprecher des Ordnungsamtes. Aus der SPD-Stadtratsfraktion kommt der Vorschlag, den Bamberger Weihnachtsmarkt über das gesamte Stadtgebiet zu verteilen.

Bamberg und Bayreuth äußern sich zurückhaltend

Ähnlich zurückhaltend äußerte sich auch ein Sprecher der Stadt Bayreuth. Die Verantwortlichen gingen zwar derzeit noch davon aus, dass es einen Bayreuther Weihnachtsmarkt geben werde. In welcher Form und unter welchen Hygienebestimmungen, das könne man zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht vorhersagen. Auch beim Nürnberger Nachbarn Fürth laufen bereits im Hintergrund die Arbeiten an möglichen Hygienekonzepten. Diese wollen die Verantwortlichen in der kommenden Woche mit den Schaustellern besprechen, heißt es.

In Dinkelsbühl in Westmittelfranken soll laut einem Stadt-Sprecher der Weihnachtsmarkt an gewohnter Stelle im Spitalhof seinen Platz haben, allerdings in ausgedünnter Form. Dementsprechend werde es weniger Stände und Buden geben als in den Vorjahren. Zudem plane die Stadt ein Einlasskonzept, um die Besucherzahlen im Blick zu behalten.

Allgemein stehe die Planung sämtlicher Weihnachtsmärkte auf wackligen Beinen, da man den Herbst und eventuell steigende Corona-Fallzahlen und deren Folgen abwarten müsse, so Angelika Schäffer vom Tourismusverband Franken.

Unterfranken: Nicht alle Weihnachtsmärkte finden statt

Der traditionelle Weihnachtsmarkt in der kleinen Spessart-Gemeinde Rothenbuch, der alljährlich bis zu 20.000 Besucher anzieht, wird 2020 nicht stattfinden. "Wir haben leider kein Konzept gefunden, das sich mit den Corona-Richtlinien vereinbaren ließe", heißt es auf BR-Nachfrage aus dem Rathaus.

Aschaffenburg und Miltenberg hingegen halten an den Traditionsveranstaltungen fest, allerdings mit stark veränderten Konzepten. Der Aschaffenburger Weihnachtsmarkt soll vom 25. November bis zum 22. Dezember stattfinden, diesmal allerdings nicht konzentriert auf den Schlossplatz, sondern auf mehrere Plätze verteilt. In jedem Fall wolle man Menschentrauben vermeiden. An den Wochenenden besuchen traditionell bis zu 5.000 Besucher täglich den Aschaffenburger Weihnachtsmarkt.

Aschaffenburg und Miltenberg halten an Märkten fest

Auch Miltenberg ist auf Abstand bedacht. Der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Engelplatz vor dem Rathaus wird nicht stattfinden. Stattdessen soll es vom 3. bis zum 14. Dezember in der Innenstadt die "Miltenberger Weihnachtszeit" geben – bestehend aus nur vier Buden verteilt zwischen Engelplatz und Marktplatz. An den Wochenenden ist eine Märchenerzählerin im Rittersaal des Riesen zu Gast und Handwerker wie Goldschmiedin, Töpfer und Weber arbeiten coronagerecht hinter Glasscheiben, so der Plan.

Die Miltenberger Weihnachtszeit soll im geplanten Zeitraum immer zwischen 17 und 20 Uhr stattfinden – täglich mit Musik auf dem Marktplatz. Außerdem sollen sich junge Musiker über die Stadt verteilen. "Wir wollen es schön und anheimelnd zu Weihnachten haben bei uns, mit einem netten Beleuchtungskonzept für den Engelplatz, Glühwein to go, ohne große Menschenansammlungen aber mit besinnlichen Spaziergängen durch unsere schöne Altstadt", so Dorothea Zöller von der Werbegemeinschaft M-City.

Ostbayern: Kleinere Programme, größere Flächen

Die Stadt Regensburg lässt noch einiges offen, allerdings stehe eine Absage des Weihnachtsmarktes aktuell nicht im Raum, so die Pressesprecherin. "Wir haben bisher keine finale Entscheidung getroffen, in welcher Form der Weihnachtsmarkt stattfinden soll, planen aber natürlich schon Hygienemaßnahmen." Essenziell gestaltet sich hierbei die Frage, wo die Leute stehen bleiben sollen, um die Besucher möglichst zu entzerren aber doch allen Bedürfnissen von Gastronomen sowie Einzelhändlern gerecht zu werden. Neben dem Neupfarrplatz sind auch Orte wie die Maxstraße und der Kornmarkt im Gespräch.

Der "Romantische Weihnachtsmarkt" auf Schloss St. Emmeram bei Thurn und Taxis hingegen wird sicher stattfinden, so der Veranstalter Peter Kittel. Das Gelände mit circa 80.000 Quadratmetern sei groß genug um die Besucherströme zu lenken und die Hygienemaßnahmen entsprechend einzuhalten, so Kittel. Außerdem wird es ein neues Online-Ticketsystem geben. Im Bedarfsfall wird es möglich sein, die Tickets zu personalisieren. Auch über eine Einbahn-Regelung zur Lenkung der Besucher wird nachgedacht.

Amberg mit kleinerem Programm als sonst

Der Weihnachtsmarkt auf Schloss Guteneck im Landkreis Schwandorf soll nach dem Willen der Verantwortlichen auf jeden Fall stattfinden. Um der Corona-Situation gerecht zu werden, wird das Gelände von 50.000 auf circa 60.000 Quadratmeter vergrößert. Es wird eine neue Hüttenstraße geben. Weiterhin gibt es Überlegungen, die Besucherzahl pro Tag einzuschränken und dafür einen zusätzlichen Tag einzuplanen. Außerdem laufen Planungen um den Infektionsschutz zu sichern.

In Amberg soll der Weihnachtsmarkt heuer mit einem kleineren Programm als sonst stattfinden, so eine Sprecherin der Park und Werbegemeinschaft Amberg, die den Weihnachtsmarkt veranstalten werden. Ansonsten ist geplant, den Markt weitläufiger als sonst zu gestalten. Neben dem Marktplatz und der Rathausstraße sind noch andere Plätze in Planung, um die Besuchermassen zu entzerren. Das Konzept soll Mitte September der Stadt vorgestellt werden.

Schwaben: Szenarien für Christkindlesmarkt in Augsburg

In Augsburg sind die Verantwortlichen gerade dabei, verschiedene Szenarien für den Christkindlesmarkt zu entwickeln. Allerdings könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher einschätzen, ob er in diesem Jahr stattfinden könne oder nicht, so die Antwort der Stadt auf eine BR-Anfrage. Allen Szenarien, die man derzeit bei der Stadt entwirft, ist gemeinsam: Die Stände sollen auf möglichst viele Plätze in der Innenstadt verteilt werden. Insbesondere der Rathausplatz, traditionell das Herz des Weihnachtsmarktes, könnte dieses Jahr anders aussehen. Je nachdem, welche Corona-Auflagen im Winter gelten, müsste man die Anzahl der Glühweinstände dort begrenzen oder an diesem Platz sogar ganz darauf verzichten.

Der Bad Hindelanger Erlebnis-Weihnachtsmarkt wurde bereits abgesagt, ebenso der Christkindlmarkt in Scheidegg. Zur Lindauer Hafenweihnacht soll Anfang September eine Entscheidung fallen. In der bisherigen Form werde sie sicher nicht stattfinden, es gelte zu "entzerren", so die Verantwortlichen.

Oberbayern: Entscheidung für München soll erst im Herbst fallen

Der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel im Chiemsee ist bereits abgesagt worden. "Die Sicherheit und das Wohl aller hat für uns oberste Priorität. Mit der Absage des Marktes möchten wir Einheimische wie auch unsere Gäste schützen und wir sind uns sicher, dass die Menschen aufgrund der unsicheren Corona-Lage Verständnis für diese notwendige Entscheidung haben", so die Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH Andrea Hübner. Auf ein Stück Inselweihnacht kann man sich allerdings freuen – die begleitenden Adventskonzerte sind derzeit in Vorbereitung.

Der Tegernseer Adventszauber wird wegen des Coronavirus komplett gestrichen. In Garmisch-Partenkirchen soll es nach derzeitigem Stand heuer keinen Weihnachtsmarkt geben. In Bad Tölz soll eventuell nächste Woche eine Entscheidung fallen. In Bad Kohlgrub gibt es noch keine konkreten Planungen.

Ortsänderung in Fürstenfeldbruck

Auch in der Stadt München ist noch alles unklar. Eine Entscheidung, ob und in welcher Form es 2020 einen Christkindlmarkt geben wird, soll spätestens im Herbst fallen, teilten die Verantwortlichen im Juli mit. Die Stadt arbeite an einem Hygienekonzept. Denkbar sei eine "Ausdünnung" der Marktstände. Auch in Dachau, Freising und Erding ist noch nicht entschieden, ob es dort heuer Weihnachtsmärkte geben wird.

In Fürstenfeldbruck soll der Christkindlmarkt vom Viehmarktplatz auf den Volksfestplatz verlegt werden, weil dort genug Platz sei, um ein Hygienekonzept mit Höchstbesucherzahl, Abstandsregeln und Maskenpflicht sinnvoll umzusetzen.

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