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Weihnachtsmärkte zur Corona-Zeit: Die Lage in Niederbayern | BR24

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Das Münchner Oktoberfest und auch andere Volksfeste sind in diesem Jahr wegen Corona abgesagt. Doch kaum ist die Volksfestsaison rum, kommen die Christkindlmärkte. Der berühmteste, der Nürnberger Christkindlesmarkt, soll unter Auflagen stattfinden.

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Weihnachtsmärkte zur Corona-Zeit: Die Lage in Niederbayern

Ob und wie die Weihnachtsmärkte dieses Jahr stattfinden ist, aufgrund von Corona, noch nicht klar. In Niederbayern bereiten sich die Veranstalter derzeit vor, um dem Infektionsschutz gerecht zu werden.

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Bis zu Beginn der Weihnachtsmärkte sind es noch gut drei Monate. Dieses Jahr ist aufgrund von Corona nicht sicher ob und in welcher Form die Weihnachtsmärkte stattfinden können. Städte und Veranstalter in Niederbayern stecken in den Planungen, um die Hygienemaßnahmen zu sichern. Eins ist sicher: Ohne Einbußen klappt es im Corona-Winter nicht.

Waldweihnacht in St. Englmar: "Gefahr lauert im Innenbereich"

Ob die Waldweihnacht am Waldwipfelweg in St. Englmar im Landkreis Straubing-Bogen stattfinden wird, wollen die Betreiber final Mitte September nach Ferienende entscheiden. Bis dahin wird für alle Fälle ein Hygienekonzept entwickelt: Dafür will die Familie Six, Betreiber der Waldweihnacht, auf ihre Erfahrungen aus der Gastronomie zurückgreifen - der Betrieb der Wald Gaststube läuft. Entsprechend würden auch auf dem Weihnachtsmarkt Sicherheitskräfte die Einhaltung von Infektionsschutzvorgaben kontrollieren.

Die Besucheranzahl soll reguliert werden, Eintrittskarten gibt es, wenn, dann nur online. Im Schnitt wird der Weihnachtsmarkt am Waldwipfelweg täglich von rund 4.000 Menschen besucht – in Corona-Zeiten sei das undenkbar, so Betreiber Martin Six, maximal 1.500 Personen würden in diesem Jahr zugelassen. Trotz des relativ engen Raums, auf dem die Buden aufgestellt werden, gibt sich Six gelassen: "Im Außenbereich sehe ich eigentlich keine große Gefahr, die lauert im Innenbereich". In der Gastronomie soll dann nur jeder zweite Tisch besetzt werden. Die beliebte Weihnachtshöhle müsste aber komplett geschlossen bleiben.

Schwimmender Christkindlmarkt auf dem Trockenen

Auch der Schwimmende Weihnachtsmarkt in Vilshhofen (Landkreis Passau) steht auf der Kippe: Mit rund 40.000 Besuchern jährlich ist der Schwimmende Weihnachtsmarkt eine Großveranstaltung.

"Wir warten auf konkrete Vorgaben der Regierung. Wenn es eine Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen über den 31. Oktober hinaus gibt, dann gibt es einen Glühweinstand to-go und das ist es gewesen." Matthias Hiergeist, Tourismuschef Vilshofen

Nur abwarten will Hiergeist aber nicht: Täglich riefen Warenhändler und Schausteller an, die wissen wollen, wie es um die Planung steht. In der ersten Septemberhälfte soll daher intern entschieden werden, wie verfahren wird. Gute Voraussetzungen für den Infektionsschutz wären da: Eine Entzerrung auf 500 Meter Umkreis über die Donaupromenade, die Donaugasse und den Stadtplatz wäre denkbar. Abstandsregeln könnten einfach eingehalten werden.

Auf das an der Promenade verankerte begehbare Schiff müsste allerdings höchstwahrscheinlich verzichtet werden – zu eng, kein Einbahnprinzip möglich auf den Treppen. Die Gesundheit geht vor, auch wenn damit vielleicht ein Wahrzeichen des schwimmenden Weihnachtsmarktes verloren geht.

Eingebüßte Buden für Waldweihnacht Schweinhütt

Auch ob die Waldweihnacht Schweinhütt bei Regen stattfinden wird, steht noch in Frage. "Vorstellen kann ich es mir schon", so Cheforganisator Alexander Rupp zum BR, "aber nicht in gleichem Umfang." Bei den Vorbereitungen halte man sich derzeit noch zurück – es fehlen klare Vorgaben seitens der Regierung, die die Ausarbeitung eines Hygienekonzepts bestimmen würden, beklagt Rupp. Erst dann könne eine finale Entscheidung fallen.

Sicher ist aber, dass die Abstandsregeln eingehalten werden müssten – weil die Hütten, die das ganze Jahr aufgebaut sind, aber sehr nahe beieinander stehen, ist fraglich, ob alle davon überhaupt betrieben werden könnten. Eine Entzerrung sei nicht möglich, der Platz beschränkt. Einzig eine Beschränkung der Besucheranzahl könnte die Einhaltung der Abstandsregeln gewährleisten – die würde Rupp durch einen Online-Verkauf von Eintrittskarten regulieren.

Normalerweise besuchen mehrere tausend Menschen täglich die Waldweihnacht. Rupp befürchtet eine starke Besucherbeschränkung: Damit sinke der Kosten-Nutzen-Aufwand. "Da ist die Frage, ob sich das überhaupt rentieren würde. Wir sind momentan on hold", so Rupp.

Landshuter Christkindlmarkt - Verlegung optional

Die Durchführung des Landshuter Christkindlmarkts ist, wie die der vieler anderer Weihnachtsmärkte in Niederbayern, abhängig von der Entscheidung der Regierung zur Zulässigkeit von Großveranstaltungen nach dem 31. Oktober. Genaue Rahmenbedingungen für den Fall einer Erlaubnis gibt es seitens der Stadt Landshut noch nicht – man will abwarten.

Auszugehen ist laut Stadt aber davon, dass es in jedem Fall keinen Christkindlmarkt in seiner gewohnten Form geben wird. Derzeit würden alternative Konzepte geprüft, heißt es in einer Mitteilung. Optional wird auch die Abhaltung an einem anderen Standort mit größeren Ausweichflächen diskutiert oder eine großflächige Verteilung der einzelnen Buden über das ganze Stadtgebiet. Auch bezüglich einer Besucherobergrenze wird eine offizielle Vorgabe der Regierung noch erwartet.

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