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Bildrechte: Simone Stiedl

Die Geschäfte in Niederbayern und der Oberpfalz bereiten sich auf den Lockdown vor. Die Reaktionen reichen von Verständnis über Verzweiflung bin hin zu Ratlosigkeit.

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Weihnachtsgeschenke to go: Geschäfte prüfen Konzepte

Die Geschäfte in Bayern bereiten sich auf den Lockdown vor und prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, ab Mittwoch Produkte verkaufen zu können, ohne dass direkte Kontakte entstehen. Die Konzepte sollen Verluste abfedern. Ein Beispiel aus Regensburg.

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Von
  • Anne-Lena Schug
  • BR24 Redaktion

Die Geschäfte in Ostbayern suchen vor dem Lockdown, der vom 16. Dezember bis zum 10 Januar gilt, nach Möglichkeiten, ihre Produkte zu verkaufen - ohne direkte Kontakte mit den Kunden.

Viele Anrufe bei Handelskammer

Gerade klingle ständig das Telefon, erklärte ein Sprecher des Handelsverbands für den Bezirk Oberpfalz/Niederbayern. Viele Geschäftsleute würden anrufen und nachfragen, in welcher Form sie trotz des Lockdowns am Mittwoch offenlassen dürfen. Zum Beispiel durch das Konzept des Click and Collect, also dass Kunden online bestellen und die Artikel dann abholen. Der Handelsverband will schnellstmöglich klären, ob solche Sonderformen für Geschäfte, die keine Produkte des täglichen Bedarfs verkaufen, möglich sind.

Wie Vorbestellungen abholen?

Auch Christoph Mandl vom Regensburger Laden Thann-Leder überlegt, wie die Kunden trotz des Lockdowns ihre bestellten Bio-Lederprodukte bekommen. Rund 50 Abholungen im Laden wären eigentlich noch geplant gewesen. Gerade jetzt – kurz vor Weihnachten – seien viele Kunden in den Laden gekommen, um sich die Produkte anzuschauen und für Weihnachten einzukaufen.

Auslieferung per Radl oder kontaktlose Abholstation?

"Wir haben etliche Bestellungen, die die Kunden vor Weihnachten bei uns noch abholen wollten. So wie es ausschaut, klappt das aber nicht mehr. Jetzt müssen wir uns was anderes überlegen, wie die Kunden zu ihren Weihnachtsgeschenken kommen und im Notfall werden wir das einfach mit dem Radl im Stadtgebiet ausfahren", erklärt Mandl. Dieses Konzept würde mehre hundert Euro Portokosten sparen und sicherstellen, dass keine Kunden durch eine zu späte Lieferung vergrault werden würden. Auch eine kontaktlose Abholstation wäre für Mandl denkbar, doch bisher konnte ihm das Gesundheitsamt noch keine finale Zusage dafür geben.

Rettung: Online-Shop

Auch wenn es ein harter Einschnitt ist, den Laden schließen zu müssen, ist Christoph Mandl froh, für seinen Bio-Leder-Laden schon frühzeitig einen Online-Shop aufgebaut zu haben. Der Onlineshop hätte sich schon im ersten Lockdown bewährt und die Verluste, die durch das fehlende Ladengeschäft entstanden, abgefedert. Jetzt setze Mandl wieder darauf. Dennoch sei ein Laden wichtig für die Kundenbindung und um Präsenz zu zeigen.

IHK sieht Existenzen bedroht

Die IHK Oberpfalz/Kelheim befürchtet wegen des zweiten Lockdowns ein Ladensterben. Für viele Firmen hätte ein Wettlauf mit der Zeit begonnen, den sie nur dann gewinnen können, wenn die Politik eine schnelle Umsetzung und Ausgestaltung der staatlichen Förder- und Hilfsprogramme gewährleiste, heißt es in einer Meldung der IHK. Die Auszahlung der Novemberhilfe lasse aber weiter auf sich warten. Daher fordert die IHK, dass die Hausbanken den betroffenen Unternehmen und Soloselbstständigen mit einer Zwischenfinanzierung unter die Arme greifen, um so Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

Konkurrenz Ladengeschäft – Onlinehandel

Schon vor der Pandemie standen Läden in den Innenstädten wegen des zunehmenden Onlinehandels unter Druck. Die Corona-Krise wirke als Beschleuniger dieser Entwicklung. Es mussten bereits Läden schließen. Gehe diese Entwicklung so weiter, drohen Lehrstände und ein Aussterben der Innenstädte, so die IHK Oberpfalz/Kelheim.

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