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Weihnachtseinkauf vor Lockdown: Gedämpfte Stimmung in Augsburg | BR24

© BR/Christian Wagner

Philippine-Welser-Straße in Augsburg: An Adventssamstagen normalerweise dicht bevölkert.

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    Weihnachtseinkauf vor Lockdown: Gedämpfte Stimmung in Augsburg

    Ein Samstag knapp zwei Wochen vor Heiligabend: Da sind die Innenstädte brechend voll - normalerweise. Nicht so im Corona-Winter 2020. Denn auch die Aussicht auf einen zweiten Lockdown hat zumindest in Augsburg bisher nicht zu Panik-Einkäufen geführt.

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    Von
    • Christian Wagner

    Die Augsburger Fußgängerzone ist erstaunlich leer an diesem Adventssamstag. Die Stimmung gedämpft. Immerhin: Eine Geschenke-Einkaufs-Panik ist offensichtlich nicht ausgebrochen, trotz der Forderungen vieler Politiker nach einem schnellen Corona-Lockdown noch vor Weihnachten.

    Augsburger geraten bisher nicht in Lockdown-Panik

    Viele Passanten sagen, sie hätten schon fast alle Weihnachtsgeschenke besorgt. Einige meinen, sie würden wohl heuer doch noch das ein oder andere online bestellen, mehr als sie eigentlich vorhatten.

    Eine ältere Dame erzählt, sie habe den Tag noch genutzt, um einzukaufen, "wer weiß, ob wir das nächste Woche noch dürfen?" Sie wollte dann "schnell wieder nach Hause". Die Cafés sind geschlossen, es gibt keinen Christkindlesmarkt, wo sollte man also auch bleiben an diesem nasskalten Dezember-Samstag?

    Einzelhändler hält schnellen Lockdown für unsinnig

    Bei den Einzelhändlern wie Michael Berz vom Haushaltswaren-Geschäft Siller&Laar drückt die Lage schon sehr auf die Stimmung. Weniger Kundschaft, weniger Umsatz, das ist seine Zwischenbilanz im Weihnachtsgeschäft. Sollte jetzt ein Corona-Lockdown noch vor Weihnachten kommen, wäre das für ihn "ein Desaster". Schließlich seien die Wochen vor und auch nach Weihnachten die wichtigsten für Geschenkartikel und hochwertige Haushaltswaren, wie er sie im Laden verkauft.

    Gleichzeitig sagt der Geschäftsinhaber, er rechne mit einer bundesweiten Schließung des Einzelhandels am Montag vor Heiligabend, das wäre der 21. Dezember. Dann hätten Berz und seine Kollegen in der Augsburger Innenstadt zumindest noch sechs Verkaufstage, um die Umsatzverluste zu begrenzen. Berz warnt vor einem früheren Lockdown schon ab dieser Woche, etwa ab Mittwoch: "Dann drängt sich alles am Montag und Dienstag, das wäre ja dann wirklich kontraproduktiv."

    Online-Handel sitzt Innenstadt-Geschäften im Nacken

    Was den Händlern außerdem Sorge macht: Der Trend zum Online-Einkauf verstärkt sich. Der Einzelhandelsverband sagt: Jeder fünfte Euro werde in diesem Weihnachtsgeschäft online ausgegeben.

    Dem stemmen sich die Einzelhändler mit Hygienekonzepten und Service entgegen: Vor einer Parfümerie in der Augsburger Annastraße gehen die Verkäuferinnen die Sache offensiv an: Sie bringen einzelne Artikel einfach nach draußen vor den Laden und beraten die Kundschaft - in der Warteschlange.

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