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Weihnachten mit Verwandten: Warnung vor trügerischer Sicherheit | BR24

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Trotz Lockdown wollen viele an Weihnachten nicht auf Treffen mit der Verwandtschaft verzichten. Die Politik und Ärzte raten zur Selbstisolation vor den Feiertagen.

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Weihnachten mit Verwandten: Warnung vor trügerischer Sicherheit

Trotz Lockdown wollen viele an Weihnachten nicht auf Treffen mit der Verwandtschaft verzichten. Die Politik und Ärzte raten zur Selbstisolation vor den Feiertagen. Vorsorgliche Corona-Tests vor den Feiertagen könnten Menschen sorglos werden lassen.

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Von
  • Andreas Wenleder

In den Tagen vor den Weihnachten sollten sich Menschen selbst isolieren, wenn sie das Fest auch mit Verwandten feiern möchten. Dieser Appell ist aktuell häufig zu hören. Auch Dr. Felix Rockmann, Leiter des Notfallzentrums und Pandemie-Beauftragter am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg schließt sich dieser Bitte an. "Ich begrüße alles, was Kontakte reduziert", sagt Rockmann. Die Lage sei in den Kliniken angespannt.

Konsequente und rechtzeitige Selbstisolation

Schon jetzt sei es eine tägliche Herausforderung, für alle Corona-Patienten einen geeigneten Platz zu finden, sagt Rockmann. An Weihnachten rechnet die Klinik mit einem weiteren Anstieg der Infektionen. Die Selbstisolation sollte deshalb früh und konsequent durchgezogen werden, rät der Leiter der Notaufnahme. Außerdem wichtig: Abstand halten, Händewaschen und das Tragen der Maske in jeder Öffentlichkeit.

"Ich glaube, dass eine Woche eine sehr vernünftige Zeit ist, wenn man die anderen Sachen nicht vergisst." Dr. Felix Rockmann, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, zu einer möglichen Selbstisolation vor Weihnachten

Ebenso wichtig sei aber, sich selbst genau zu beobachten und ehrlich auf Symptome des Körpers zu achten. "Wenn man das Gefühl hat, eine Erkältung oder Ähnliches zu haben, dann sollte man mit dem Hausarzt Kontakt aufnehmen und sich testen lassen", so Rockmann.

Negativer Corona-Test kein Freibrief

Wenn keine Symptome vorliegen, rät Rockmann dagegen von vorsorglichen Corona-Tests kurz vor den Feiertagen ab. Diese könnten eine falsche Sicherheit suggerieren. Ein negativer Test sei nur eine Momentaufnahme und könne dazu verleiten, die gängigen Schutzmaßnahmen weniger streng zu beachten. "Zu sagen, ich mache einen Test und dann bin ich sicher, das stimmt einfach nicht", sagt der Arzt. Das gelte neben dem in den Testzentren üblicherweise verwendeten PCR-Test auch für die Antigen-Schnelltests. Die Erfahrung in seinem Krankenhaus zeige, dass diese gerade bei Patienten ohne Symptome weniger zuverlässig sind, sagt Rockmann.

Test-Nachfrage steigt bereits

Im Landkreis Regensburg ist eine Zunahme der Nachfrage nach Corona-Tests aber bereits jetzt zu verzeichnen. Aktuell wären im Testzentrum des Landkreises täglich 350 Tests möglich. Davon werden aktuell zwischen 200 und 300 durchgeführt – Tendenz steigend. Doch auch wenn das Testzentrum momentan noch nicht komplett am Anschlag arbeitet, vorsorgliche Tests ohne Symptome sieht das Landratsamt ebenfalls kritisch: "Vorsorgliches Testen ist aus medizinischer Sicht fragwürdig. Kapazitäten sollten für medizinisch indizierte Diagnostik freigehalten werden. Wenn jedoch Tests gefordert werden, um Angehörige sehen zu können, müsste das möglich sein", teilt ein Sprecher mit.

Als wirksame Vorsorge sollten sich die Menschen aber auch dann an die gängigen Schutzmaßnahmen halten: Maske, Abstand, Hygiene und Lüften, sowie konsequent Kontakte reduzieren.

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