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Weihnachten: Kirchen warnen vor Populismus | BR24

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© dpa-Bildfunk/Andreas Gebert

Kardinal Reinhard Marx

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Weihnachten: Kirchen warnen vor Populismus

Die bayerischen Bischöfe haben in ihren Weihnachtsbotschaften vor Populismus gewarnt. Außerdem riefen die evangelischen und katholischen Bischöfe die Menschen zum Miteinander auf. Auch die sexuelle Gewalt in der Kirche sei an Weihnachten ein Thema.

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Die Weihnachtsbotschaft verpflichte zum Einsatz für Arme und Schwache und für den Frieden, das ist der Tenor der Weihnachtspredigten in vielen Kirchen Bayerns. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Kardinal in der Erzdiözese München-Freising, Reinhard Marx, sagte, in der Geburt Jesu manifestiere sich "das große Ja-Wort Gottes" zum Leben aller Menschen. Aber die Diskussionen zwischen den Menschen würden härter und Unfriede werde auch im Namen der Religion gestiftet.

Man kann den Glauben gebrauchen, um Menschen für dumm zu verkaufen, um sie zu erniedrigen, um auf dem hohen Ross zu sitzen und über sie zu herrschen. All das geschah und geschieht, aber das Kind von Bethlehem ist ein Widerpart." Kardinal Reinhard Marx

Weihnachten gehöre nicht nur den Christen, Jesu gehöre nicht nur den Christen: "Er gehört der ganzen Welt", so Kardinal Reinhard Marx.

Bedford-Strohm: Das Kind von Bethlehem kann die Welt verändern

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, betonte, im Kind von Bethlehem sei Gott Mensch geworden und habe "in einer Welt, in der es so viele Kriegserklärungen gibt, ein für alle Mal die Liebe erklärt". Von dem Jesuskind gehe darum eine Bewegung aus, die die Welt verändern könne.

"Nationalismus, Menschenfeindlichkeit und das Aufhetzen der einen gegen die anderen haben ein Ende. Allein Gott gehören Ehre, Preis, und Weisheit und Dank und Kraft und Stärke von Ewigkeit zu Ewigkeit - nicht den Mächtigen und Mächten dieser Welt." Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirchen in Deutschland

Bedford-Strohm ermutigte die Menschen darum dazu, die Weihnachtsbotschaft ernst zu nehmen und sich von ihr stärken zu lassen für die Aufgaben, die heute anstehen: Für eine Welt einzutreten, in der Hass, Egoismus und Krieg überwunden seien.

Hanke: Gottes Licht weitergeben

Zur Solidarität mit den Menschen rief der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke die Christen auf. Er verwies darauf, dass es nicht Aufgabe der Kirche sei, sich um ihr Erscheinungsbild als Institution zu sorgen. Vielmehr müsse sich die Kirche darum kümmern, dass Gottes Licht weitergegeben werde, sagte Hanke bei seiner Predigt im Eichstätter Dom. Die Kirche müsse sich nicht in das Scheinwerferlicht öffentlicher Aufmerksamkeit und Anerkennung stellen.

"Sie muss sich nicht profilieren als Mitspielerin im Konzert der öffentlichen und politischen Meinungen." Gregor Maria Hanke, Bischof von Eichstätt

Jung: Missbrauch an Weihnachten wichtiges Thema

Der Würzburger Bischof Franz Jung thematisierte in seiner Weihnachtspredigt auch die Fälle von sexueller Gewalt in der Kirche.

"Im Blick auf die Betroffenen wurde deutlich, dass häufig die Kinder Opfer eines Übergriffes wurden, die besonders verletzlich waren und deshalb der besonderen Fürsorge bedurft hätten. (...) Mit Schrecken musste man sich schließlich eingestehen, dass selbst Heiligstes missbraucht werden kann wie der Schutzraum der Beichte. Auch die priesterliche Lebensform, die nach außen hin den Eindruck besonderer Sicherheit erweckte, garantierte keinen verlässlichen Schutz." Franz Jung, Bischof in Würzburg

Jung ging auch mit der Kirche als Institution hart ins Gericht. Kirchenvertreter hätten weggeschaut, wenn Verfehlungen von sexueller Gewalt im Raum standen.

"So galt die erste Aufmerksamkeit eher der Institution Kirche als denjenigen, die durch sie zu Schaden kamen.“ Franz Jung, Bischof in Würzburg

Das Werk Gottes ist nach den Worten des Bischofs Menschenhänden anvertraut, und so auch oft Menschenhänden ausgeliefert. Im Bewusstsein der eigenen Schwäche und Verletzlichkeit knie man in diesem Jahr als Kirche an der Krippe nieder.