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Weihnachten in Corona-Zeiten: Zu wenig Platz für die Gläubigen? | BR24

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Weihnachten in Corona-Zeiten: Wo können die Gläubigen Gottesdienst feiern?

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    Weihnachten in Corona-Zeiten: Zu wenig Platz für die Gläubigen?

    Corona stellt die Kirchengemeinden in Schwaben und auch andernorts vor ein gewaltiges Problem: Wohin mit all den Gläubigen, die an Heiligabend einen Gottesdienst besuchen möchten? Wegen der Abstandsregeln ist das eine wahre Herausforderung.

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    Von
    • Peter Allgaier
    • Torsten Thierbach

    "Normalerweise kommen zur Christmette bis zu 2.000 Menschen, jetzt haben wir 174 Sitzplätze", sagt Memmingens katholischer Dekan Ludwig Waldmüller. Corona stellt die schwäbischen Kirchengemeinden und auch Gemeinden in anderen Regionen vor ein gewaltiges Problem: Wohin mit all den Gläubigen, die an Heiligabend einen Gottesdienst besuchen möchten? Wegen der Abstandsregeln von 1,50 Meter müssen viele Plätze in den Kirchen frei bleiben.

    Gottesdienste unter freiem Himmel in Schwaben

    "Wir wollen deshalb im Freien auf dem Petrusplatz feiern", sagt der evangelische Dekan von Neu-Ulm, Jürgen Pommer. Doch das erfordert Organisationstalent. "Wir brauchen Fluchtwege, verschiedene Aus- und Eingänge mit Markierungen und 20 Ordner", ergänzt Pommer. Denn das Landratsamt Neu-Ulm prüft genau, ob alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Die Stadt will der Kirchengemeinde eine Bühne zur Verfügung stellen, auf der an Heiligabend ein Gottesdienst vor bis zu 270 Menschen zelebriert werden soll. Auch andere Gemeinden in Schwaben setzen auf Frischluft. In Dietmannsried im Oberallgäu werden Gottesdienste sogar auf dem örtlichen Fußballplatz gefeiert. Doch es bleibt die Frage: Wer darf kommen und wer nicht?

    Jetzt schon Tickets für die Kirche sichern

    In Kempten kann man ab 1. Dezember online Tickets für die evangelischen Gottesdienste bestellen, viele andere Gemeinden handhaben das ähnlich. Wer eine bestimmte Uhrzeit im Blick hat, sollte also nicht lange zögern. Dass die Gläubigen am Ende komplett leer ausgehen, ist unwahrscheinlich. Denn viele Gemeinden bieten dieses Weihnachten deutlich mehr Gottesdienste als sonst an. Dafür werden vor allem die Messen im Freien aber deutlich kürzer und sollen nur etwa eine halbe Stunde dauern. Denn niemand kann prognostizieren, wie kalt es an Heiligabend wird oder ob sich vielleicht eine Schlechtwetterfront zusammenbraut.

    Gottesdienste aus Senden via Streaming ins Wohnzimmer

    Wie die Gottesdienste mit Leben erfüllt werden, ist derweil noch offen. "Der Kirchenchor darf momentan nicht proben, also überlegen wir, vielleicht Solisten auftreten zu lassen", sagt Dekan Waldmüller. Er will sicherstellen, dass auf jeden Fall weihnachtliche Stimmung aufkommt, auch für diejenigen, die vielleicht aus Sorge vor Corona gar nicht zu einer Messe erscheinen. "Wir machen derzeit ein Heft mit dem Weihnachtsevangelium und Weihnachtsbräuchen", so Waldmüller weiter. "Da werden auch Liedtexte und QR-Codes drin sein und man kann sich dann die musikalische Begleitung herunterladen." Es gibt aber noch andere digitale Ideen. Die Kirchengemeinde in Senden beispielsweise will ihren Gottesdienst streamen, so dass man ihn zuhause am PC oder auf dem Tablet verfolgen kann.

    Advent 2020: Eine wirklich staade Zeit

    Auch wenn noch viel Arbeit auf die Gemeinden wartet, die Kirchenvertreter können der Corona- Situation auch Positives abgewinnen. Wenn Weihnachtsfeiern und Christkindlmärkte ausfallen, werden die Wochen vor Heilig Abend wirklich zur "staaden Zeit", findet Dekan Waldmüller. "Wir freuen uns auf die Gottesdienste und ich bin beeindruckt von der Kreativität der Pfarrerinnen und Pfarrer und ihrer Mitarbeiter", sagt der evangelische Dekan Pommer. Im Gedächtnis dürfte das Corona-Weihnachten 2020 auf jeden Fall bleiben und man wird sich wohl auch noch in Jahrzehnten daran erinnern.

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