BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Wegscheid: Die Jagd auf den ausgebüxten weißen Stier läuft | BR24

© BR/Martin Gruber

Stier Ferdinand auf der Flucht

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Wegscheid: Die Jagd auf den ausgebüxten weißen Stier läuft

Bereits Ende März ist ein Stier in Wegscheid im Landkreis Passau dem Metzger entkommen. Seitdem versteckt er sich im Wald. Ein Gnadenhof hat das Tier zwischenzeitlich gekauft und bereitete eine Einfangaktion vor. Doch bisher war die Jagd erfolglos.

Per Mail sharen

In der Gegend rund um Wegscheid im Landkreis Passau wird seit gut einer Woche nach einem entlaufenen Charolais-Stier gesucht. Wie die Polizei mitteilte, hatte sich das elf Monate alte Tier namens Ferdinand am losgerissen, als es für eine Schlachtung verladen hätte werden sollen. Der weiße Stier verschwand in einem Dickicht, eine erste Suche blieb erfolglos. Bisher fehlt von dem Rind jede Spur, wie die Polizei auf BR-Anfrage mitteilte.

Happy End für den entkommenen Stier?

Das Tier hat gute Chancen auf ein Happy End: Denn in der Zwischenzeit hat der Gnadenhof "Erdlingshof" aus Kollnburg (Lkr. Regen) das Tier den ursprünglichen Besitzern abgekauft. Das Team startete eine Einfangaktion: Dafür wurde ein "Lockrind" namens Michel eingesetzt, auch ein Betäubungsgewehr und eine Drohne standen parat. Das hat Johannes Jung, der Vorstand des Erdlingshofs, auf BR-Anfrage erklärt. Seit fünf Tagen ist er mit Michel auf der Suche nach Ferdinand. Er hofft jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung, wo sich das Tier aufhält.

"Wir können uns vorstellen, wenn der Ferdinand Michel sichten oder riechen sollte, dass er sich dem Ferdinand anschließen wird. Der Michel hat hier am Halfter einen GPS-Sender. Falls wir Michel freilassen sollten und er sich Ferdinand annähert, wären wir in der Lage beide zu verfolgen und wüssten den genauen Aufenthaltsort …" Johannes Jung vom Gnadenhof Erdlingshof

Wer den Stier sieht, sollte nicht versuchen ihn selbst einzufangen, das könnte gefährlich werden. Vielmehr sollte man bei einer Sichtung sofort die Polizei oder den Erdlingshof kontaktieren. Ferdinand kann nicht weit weg sein: Huf- und Kotspuren beweisen das.

"Er war schon in der Tötungsbox drin. Normalerweise verlässt diese Box kein Tier lebend. Er hat das eigentlich nicht Machbare geschafft. Ich möchte auf jeden Fall verhindern, dass Ferdinand ein zweites Mal in die Tötungsbox muss oder auf der Flucht erschossen wird." Johannes Jung vom Gnadenhof Erdlingshof

Auf dem Erdlingshof leben aktuell 100 gerettete Tiere. Der Stier dürfte nach dem Einfangen in einer Herde mit anderen Rindern und Pferden leben - bis an sein Lebensende.

© BR

Der weiße Stier Ferdinand ist weiter auf der Flucht. Auch ein Suchtrupp des Gnadenhofes konnte das letzter Woche entlaufenene Jungrind nicht einfangen. Auch nicht mit Lockvogel und Drohneneinsatz.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!