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Weggeworfene Gesichtsmasken - ein Müll- und Hygieneproblem? | BR24

© picture alliance/David Talukdar

Weggeworfene Corona-Schutzmaske

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    Weggeworfene Gesichtsmasken - ein Müll- und Hygieneproblem?

    Seit Ende April gilt die Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Das schafft offenbar ein neues Problem: achtlos weggeworfene Einmalmasken auf den Straßen. Das sorgt nicht nur für mehr Müll, sondern ist auch ein Hygienerisiko.

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    Corona-Müll durch die Maskenpflicht: Auf Straßen, Plätzen und Grünflächen sieht man sie seit einigen Wochen häufiger: Einmalmasken, scheinbar achtlos weggeschmissen. Für Thomas Rottenwallner, stellvertretender Leiter des Amts für öffentliche Ordnung und Umwelt in Landshut ist das nicht nur ein ärgerlicher Anblick, sondern ein Gesundheitsproblem.

    "Diese weggeworfenen Masken können infektiös sein. Sie werden von der Atemluft durchfeuchtet und ihnen kann Sputum anhaften. Für Menschen, die mit ihnen in Berührung kommen, stellen sie möglicherweise eine Gefahr dar", sagt Rottenwallner. Er geht dabei weniger von Erwachsenen aus, sondern sorgt sich vor allem um kleine Kinder, die diese Masken womöglich als Spielzeug ansehen könnten.

    Ansteckungsrisiko durch weggeworfene Masken

    Auch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit schließt nicht aus, dass es eine Übertragung durch Schmierinfektionen geben könnte, sollte jemand die Masken mit bloßen Händen aufheben. Laut Rottenwallner gibt es vor allem auf großen Parkplätzen und in der Nähe von Gastronomie ein Problem mit den Masken. Er ist überzeugt, dass bei den vielen Masken, die am Boden liegen, ein versehentliches Herunterfallen eher unwahrscheinlich ist. Ein höheres Bußgeld für das Fallenlassen der Masken hält er aber für wenig sinnvoll.

    Kein großes Problem in Passau, Regensburg und Deggendorf

    Im Gegensatz zur Stadt Landshut haben andere Städte offenbar kein Problem mit achtlos weggeworfenen Gesichtsmasken. Auf BR-Abfrage hieß es aus Passau, Regensburg und Deggendorf, es würden nur vereinzelt Masken im öffentlichen Raum gefunden, die Mehrheit der Bürger entsorge die Einweg-Masken ordnungsgemäß. Verlorene Masken würden von der städtischen Straßenreinigung kontaktlos mittels Abfallgreifern entsorgt, so die Stadt Regensburg.

    BUND: Corona-Krise schafft mehr Einweg-Müll

    Waltraud Galaske, Sprecherin des Arbeitskreises für Abfall- und Kreislaufwirtschaft der Umweltorganisation BUND in Bayern sieht die weggeworfenen Masken jedoch durchaus als Problem. Sie ärgert sich über den zusätzlichen Müll. Es sei unverantwortlich, dass die Masken einfach achtlos weggeschmissen werden, da sie niemand ohne Schutzhandschuhe aufheben könne. "Es kann ja mal passieren, dass eine Gesichtsmaske herunterfällt, aber vielen ist das einfach egal." Sie bemerkt durch die Corona-Krise einen Gegentrend hin zu Einweg- und Wegwerfprodukten.

    Abfallverhalten ist umgekippt

    "Das Verhalten hat sich während Corona wieder geändert. Die Menschen konnten oft aus Hygienegründen nur Einweg und 'To Go' kaufen, dadurch ist das Abfallverhalten umgekippt. Vor Corona haben wir einen guten Stand erreicht, nach Corona muss es wieder einen Schubs in Richtung Nachhaltigkeit geben", sagt Galaske. Zwar gebe es laut Galaske in manchen Bereichen wie dem Flugverkehr und dem CO2-Ausstoß eine kurzfristige Verbesserung, beim Abfall nehme sie aber eine Verschlechterung wahr.

    Menschen sind "müllblind"

    Thomas Venugopal von der deutschlandweiten Müllsammel-Initiative Cleanup Network, welche freiwillige Putzaktionen organisiert, sieht auch einen anderen Grund, warum die weggeworfenen Schutzmasken so ins Auge stechen: "Die Menschen sind normalerweise 'müllblind'", so Venugopal. An Kippen, Dosen, und weggeworfene Verpackungen im Straßenbild seien die Menschen schon gewöhnt. Die Schutzmasken seien aber jetzt eine neue Art von Müll - Pandemie-Müll, der vielen Menschen unangenehm auffällt.

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