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Wegen schlechten Wetters: Honigernte in Bayern bricht ein | BR24

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Es ist Halbzeit bei der Honig-Ernte 2019. Rund ein Drittel weniger haben die bayerischen Imker bislang geerntet. Und für die Sommerernte droht neues Ungemach: sogenannter Zementhonig, der so hart ist, dass er kaum aus den Waben zu bringen ist.

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Wegen schlechten Wetters: Honigernte in Bayern bricht ein

Es ist Halbzeit bei der Honig-Ernte 2019. Rund ein Drittel weniger haben die bayerischen Imker bislang geerntet. Und für die Sommerernte droht neues Ungemach: sogenannter Zementhonig, der so hart ist, dass er kaum aus den Waben zu bringen ist.

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Die bayerischen Imker haben in diesem Frühjahr kräftige Ernteeinbußen hinnehmen müssen. Im Schnitt brachte jedes abgeerntete Bienenvolk in der sogenannten Frühtracht nur 12,5 Kilo Honig ein und damit ein Drittel weniger als vor einem Jahr (18,9 Kilo). Das ergab eine Umfrage des Mayener Fachzentrums Bienen und Imkerei in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Imkerbund.

Viele Imker ließen Honig im Stock

2107 Imker aus Bayern hatten teilgenommen. Bayern blieb damit deutlich unter dem Bundesschnitt, der bei rund 15 Kilo lag. In Erwartung mickriger Ergebnisse hatte demnach jeder Dritte (35 Prozent) auf die Ernte verzichtet und den Honig im Bienenstock gelassen. Vor einem Jahr war das noch anders, da hatte kaum jemand verzichtet.

Schuld ist der kalte Mai

Stefan Ammon vom Landesverband Bayerischer Imker begründete die Einbußen mit dem Wetter. "Durch den Kälteeinbruch und das regnerische Wetter im Mai war eine Frühtrachternte in vielen Regionen Bayerns nicht möglich", sagte der Verbandsobmann. "Die Völker verbrauchten in dieser kalten Zeit den zuvor eingetragenen Honig." Bei schlechtem Wetter fliegen Bienen weniger umher und sammeln weniger Nektar.

Am wenigsten Honig in Mittelfranken

Am schlechtesten schnitten Imker aus Mittelfranken ab mit nur 9,4 Kilo Honig pro abgeerntetem Volk (Frühtracht 2018: 17,6 Kilo). In Schwaben und in Oberbayern sah es kaum besser aus. In Oberfranken und in der Oberpfalz sah es mit 15,6 beziehungsweise 15,3 Kilo besser aus.

Angst vor "Zementhonig"

Wie die Gesamternte 2019 ist, ist noch unklar - Ergebnisse aus der Sommertracht liegen noch nicht vor. Ammon beklagte aber schon starke Melezitoseeintragungen. Melezitose ist eine Zuckerart, die aus Honigtau stammt, wie er zum Beispiel von Blattläusen ausgeschieden wird.

Ab einem gewissen Anteil von Melezitose wird der Honig sehr hart. Man spricht hier auch von Zementhonig, der beim Schleudervorgang nur sehr schwer oder gar nicht aus den Waben rauszubekommen ist.

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Viele Imker haben in diesem Jahr bis zu zwei Drittel weniger geerntet als in vergangenen Jahren. Der Landesverband Bayerischer Imker begründete die Einbußen mit dem schlechten Wetter. Dann fliegen Bienen weniger umher und sammeln weniger Nektar.