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Wegen Lockdown: Lichtenfelser Händler schreiben Brandbrief | BR24

© picture alliance/Sven Simon

Einzelhändler aus Lichtelfels haben einen Brandbrief an die Staatsregierung und das Bundeskanzleramt geschrieben.

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Wegen Lockdown: Lichtenfelser Händler schreiben Brandbrief

Lichtenfelser Einzelhändler haben sich mit einem Brandbrief an die Regierung gewandt. Die unterschiedlichen Lockdown-Regelungen seien "unfair" und trieben Betriebe unverschuldet in die Insolvenz, schreiben sie.

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Von
  • Andi Ebert

Einzelhändler aus dem Landkreis Lichtenfels wenden sich in einem Brandbrief an die Bayerische Staatsregierung und das Kanzleramt. "Fehlende Einnahmen treiben zunehmend unsere Betriebe unverschuldet in die Insolvenz", heißt es in einem Schreiben, das die Händler an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und an das Kanzleramt in Berlin richten. Auch der Lichtenfelser Landrat, Christian Meißner (CSU), unterstützt den Hilferuf der Einzelhändler und bittet die Staatsregierung um schnelle Auszahlung der bereits beschlossenen Förderungen.

"Besser eine Person im Laden, als gar nicht geöffnet"

Als "unfair" bezeichnet beispielsweise die Inhaberin eines Kleiderladens die aktuelle Situation: "Große Lebensmittelhändler dürfen wieder das gesamte Sortiment anbieten, auch Kleidung aller Art, mein Laden hingegen muss zu bleiben", sagt Elisabeth Guthseel. Ihrer Meinung nach müsse es auch Konzepte für kleine Läden geben: "Dann lasse ich eben nur eine Person in meinen Laden, halte mich an die Hygienevorschriften – immer noch besser als gar nicht zu öffnen."

Bisher keine staatlichen Hilfen für Ladeninhaber

Die Ladeninhaber beklagen auch, dass sie teilweise noch keinerlei staatliche Hilfen bekommen haben. Sie habe "bisher keinen Cent gesehen", sagt Guthseel, die Inhaberin eines kleinen Kleiderladens in Michelau im Landkreis Lichtenfels ist. Der Staat rette große Konzerne mit Millionen und vergesse die kleinen Läden, beklagt sie.

Politiker fordern schnelles Handeln der Regierung

Landrat Meißner fordert in dem Brief, den auch weitere Politiker und der Vorsitzende des örtlichen Einzelhandelsverbandes unterschrieben haben, schnelles Handel von Bund und Staatsregierung. So sei es beispielsweise notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, um die notwendig Liquidität für betroffene Unternehmen sicherzustellen und die beantragten Zuschüsse großzügig auszuzahlen.

Wunsiedler Schuhhändler will Erklärung von Söder

Erst kürzlich forderte ein Wunsiedler Schuhhändler eine Erklärung zur Ungleichbehandlung von Discountern und Einzelhandel von der Regierung. Während das Schuhgeschäft von Peter Ludwig seit dem 16. Dezember geschlossen haben muss, dürften Aldi und Lidl Schuhe verkaufen, hieß es.

Aus Sicht des Einzelhändlers ist dies nicht nachvollziehbar, weil dadurch noch mehr Menschen als sonst in den großen Geschäften einkaufen würden, während die Fachgeschäfte trotz erprobter Hygienekonzepte geschlossen haben müssten.

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