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Das Impfzentrum in Miltenberg hat wegen Impfstoffmangel geschlossen.

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Wegen Impfstoffmangel: Impfzentren in Unterfranken schließen

Weil zu wenig Corona-Impfstoff zur Verfügung steht, müssen vier Impfzentren in Unterfranken jetzt für jeweils ein paar Tage schließen. In Hausarztpraxen variiert die Menge an Impfstoff stark. Trotzdem liegt Unterfranken beim Impfen im Durchschnitt.

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Von
  • Alisa Wienand

Dass die Impfzentren in Unterfranken deutlich mehr Impfungen durchführen könnten, ist nicht neu. Die Kapazitäten wurden bisher nie voll ausgeschöpft. An Impfwilligen lag es nicht. Was stattdessen fehlt, ist Impfstoff. Der Mangel an Impfdosen führt jetzt sogar dazu, dass die Impfzentren in Miltenberg, Lohr am Main, Bad Kissingen und Zeil am Main ein paar Tage lang geschlossen bleiben müssen.

"Zwangspause" im Impfzentrum Miltenberg

Das Impfzentrum im Landkreis Miltenberg befindet sich laut Landrat Jens-Marco Scherf (Grüne) aktuell in einer neuntägigen "Zwangspause". Nur Zweitimpfungen werden dort weiterhin durchgeführt. Termine für Erstimpfungen werden nicht vergeben. Die nächste Lieferung mit rund 2.000 Dosen erwartet das Impfzentrum am kommenden Freitag. Das reiche für Erstimpfungen am Montag und Dienstag aus, für die bereits Termine vergeben wurden. Danach müsse man laut Scherf weiterschauen.

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In Unterfranken müssen vier Impfzentren jeweils ein paar Tage lang schließen, weil zu wenig Impfstoff zur Verfügung steht. Betroffen sind die Impfzentren in Miltenberg, Lohr am Main, Bad Kissingen und Zeil am Main.

Impfzentrum in Lohr ab Freitag zu, das in Zeil nur am 3. Mai zu

Auch im Landkreis Haßberge muss eines der beiden Impfzentren laut Landratsamt wegen des Mangels an Impfstoff für einen Tag schließen: Am 3. Mai bleiben die Türen des Impfzentrums in Zeil am Main zu. "Selbst wenn wir nur wenige Impfdosen zur Verfügung hätten, würden wir das Impfzentrum öffnen und die Dosen verimpfen", sagt eine Sprecherin des Landratsamts. Weil es jedoch an Impfstoff mangelt, könnten keine Termine vergeben werden. Im Impfzentrum in Lohr am Main sieht das ähnlich aus: Nach Angaben des Landratsamts Main-Spessart bleibt es ab Freitag drei Tage lang geschlossen.

Bad Kissinger Impfzentrum bleibt zwei Tage zu

Diesselbe Situation in Bad Kissingen: Dort bleibt am Dienstag und am Mittwoch laut dem Landratsamt das Impfzentrum im Tattersall geschlossen. Es an diesen beiden Tagen zu öffnen, würde sich laut einer Sprecherin des Landratsamtes nicht lohnen. "Es heißt ständig, wir bekommen mehr Impfstoff, aber es kommt nicht mehr Impfstoff", sagt die Sprecherin.

Impfzentren können Kapazitäten nicht ausschöpfen

Ohne Ausnahme teilen alle Landratsämter in Unterfranken auf BR-Anfrage mit, dass in den Impfzentren deutlich mehr Impfungen durchgeführt werden könnten. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brennen darauf, mehr zu impfen. Leider fehlt nach wie vor genügend Impfstoff", heißt es etwa aus Schweinfurt. "Wir sind lange noch nicht an unserer Kapazitätsgrenze", schreibt das Landratsamt Rhön-Grabfeld. "Wir arbeiten deutlich unter unserer Kapazität", sagt der Verwaltungsleiter der Würzburger Impfzentren Michael Dröse.

In Impfzentren kommt immer weniger Impfstoff an

In den unterfränkischen Impfzentren ist in den vergangenen Wochen immer weniger Impfstoff angekommen. Laut Regierung von Unterfranken hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) dem Regierungsbezirk in dieser Woche insgesamt 26.350 Impfdosen zugewiesen. Vor einer Woche waren es 31.750 Impfdosen, vor zwei Wochen 39.200 und vor drei Wochen sogar noch 44.000. Die Zahlen der einzelnen Impfzentren bestätigen den Rückgang.

Zusätzlich zu den Impfzentren erhalten seit ein paar Wochen auch Arztpraxen Impfdosen. Dazu kommt, dass das Vakzin von Astrazeneca jetzt überwiegend in Arztpraxen verimpft wird. Ob der Mangel an Impfstoff in den Impfzentren darauf zurückzuführen ist, ist unklar.

Arztpraxen: Menge an Impfstoff variiert stark

In den Arztpraxen gäbe es immer mehr Impfstoff, sagt der Bezirksvorsitzende im bayerischen Hausärzteverband Christian Pfeiffer. Das Problem sei jedoch, dass die Menge erheblich variiere. In dieser Woche sei in seiner Praxis in Giebelstadt zum Beispiel überhaupt kein Impfstoff von Astrazeneca angekommen, dafür aber mehr Biontech. "Ob wir genügend Impfstoff haben? Ganz klar nein", sagt Pfeiffer. Wie viel Impfstoff tatsächlich montags ankommt, wissen die Arztpraxen erst am Donnerstag davor. Das erschwere die Planung. "Ich vergebe meine Termine immer erst, wenn ich weiß, wie viel Impfstoff kommt." Angefangen mit zehn Patienten in der Woche, hofft Pfeiffer, dass er bald wöchentlich 60 bis 70 Patienten gegen Corona impfen kann.

Ein Viertel der unterfränkischen Bevölkerung ein Mal geimpft

In unterfränkischen Impfzentren, Arztpraxen und Krankenhäusern haben laut der Regierung von Unterfranken bisher insgesamt 320.212 Personen eine Erstimpfung erhalten. Das entspricht einer Impfquote von 24,3 Prozent. 94.126 Menschen in Unterfranken und damit 7,1 Prozent der Bevölkerung sind bereits zum zweiten Mal geimpft worden. Damit liegt Unterfranken in etwa im bayern- und bundesweiten Durchschnitt. Für die kommende Woche sind wieder mehr Impfdosen angekündigt worden: Laut Regierung von Unterfranken sollen insgesamt 35.250 Impfdosen an die Impfzentren geliefert werden.

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