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Bildrechte: Sandra Jozipovic

Im Eichwald bei Strullendorf haben Mountainbiker illegal eine Sprungschanze gebaut. Dabei wurde ein Bodendenkmal beschädigt. Nun musste die Schanze wieder begradigt werden.

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Wegen Denkmal: Illegale Mountainbike-Schanze abgebaut

An einem Wanderweg im Eichwald bei Strullendorf haben Mountainbiker Sprungschanzen aus Erde aufgebaut und dadurch ein über 2.000 Jahre altes Bodendenkmal beschädigt. Die Bayerischen Staatsforsten bauten die Schanzen im Landkreis Bamberg nun ab.

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Von
  • Sandra Jozipovic

Auf einem schmalen Wanderweg mitten im Wald, zwischen Wernsdorf und Kälberberg in der Gemeinde Strullendorf, sind mehrere Waldarbeiter mit Schaufeln und Schubkarren an einer Sprungschanze aus Erde zu Gange. Sie tragen die Erde von der Sprungschanze ab und füllen die Löcher auf, die neben der Schanze im Landkreis Bamberg entstanden sind. Nach rund 15 Minuten ist die Schanze verschwunden und der Boden auf dem Wanderweg sieht fast wieder normal aus.

Bodendenkmal ist mehr als 2.000 Jahre alt

Insgesamt elf solcher Schanzen aus Erde und Baumstämmen hatten Mountainbiker in dem Waldstück illegal aufgebaut. Das Problem dabei: Sie sind auf dem Bereich entstanden, der zu einer mehr als 2.000 Jahre alten Wallanlage gehört. "Unglücklicherweise sind diese Schanzen in der Wallanlage einer vorgeschichtlichen Befestigungsanlage angelegt worden", so Andreas Büttner vom Landesamt für Denkmalpflege in Bamberg. Nur 1,4 Prozent der Flächen in Bayern seien ein Bodendenkmal. Deshalb sei es umso ärgerlicher, dass gerade hier diese Sprungschanzen entstanden sind und die Mountainbiker sich nicht informiert hätten, so Büttner.

Verletzungsgefahr bei illegalen Schanzen groß

Außerdem sei auch die Verletzungsgefahr bei solchen illegalen Schanzen groß, so Stephan Keilholz von den Bayerischen Staatsforsten in Forchheim. Deshalb wurde der Wanderweg in den vergangenen Wochen gesperrt. "Wir versuchen gerade ein Konzept aus einem Netz von legalen Strecken für Mountainbiker in der Region zu entwickeln. So hoffen wir, dass weniger illegale Schanzen im Wald gebaut werden", so Keilholz.

Moutainbiker helfen beim Rückbau

Auch die "Deutsche Initiative Mountainbike" hat von den illegalen Sprungschanzen erfahren und will beim Rückbau mithelfen. Wenn auf öffentlichen Wanderwegen oder Bodendenkmälern Schanzen errichtet werden, ohne dies mit dem Grundstückseigentümern abzuklären, sei das ein Problem, so Markus Wernet von der "Deutschen Initiative Mountainbike". Das Wichtigste für Mountainbiker sei, dass sie sich rücksichtvoll gegenüber der Natur, den Tieren und anderen Erholungssuchenden verhalten, so der Arbeitskreis der "Deutschen Initiative Mountainbike" aus Bamberg.

Der Verein berät auch Biker, die Schanzen oder Trails legal bauen oder eine Strecke legalisieren lassen wollen. Am Michelsberger Wald in Bamberg werde für Biker, die gerne Sprünge machen, eine legale Strecke gebaut, so Wernet von der Deutschen Initiative Moutainbike.

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