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Archiv: Karfreitagsprozession in Lohr am Main

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Wegen Corona wieder keine Karfreitagsprozession in Lohr

Lohr ohne Karfreitagsprozession, das ist eigentlich undenkbar. Und doch ist es heuer bereits das zweite Mal in Folge, dass der jahrhundertealte religiöse Brauch nicht gelebt werden kann. Immerhin gibt es eine kleine Alternative.

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Von
  • Sylvia Schubart-Arand
  • BR24 Redaktion

Die beeindruckende Karfreitagsprozession von Lohr am Main (Lkr. Main-Spessart) als die älteste noch gepflegte Karfreitagsprozession in Deutschlands wird es auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht geben.

Jahrhundertealter Brauch

Der religiöse Brauch ist seit Jahrhunderten tief verwurzelt in der Bevölkerung und reicht mindestens ins Jahr 1656 zurück. Vertreter der Zünfte oder artverwandter Berufe tragen dabei geschnitzte Figuren und sogenannte Gewandfiguren, die die 13 Stationen des Leidens Christi zeigen: vom Heiligen Abendmahl über die Gefangennahme, das Urteil bis zur Grablegung und schließlich als letzte Station Jonas im Bauch, was die Auferstehung symbolisieren soll.

Wegen Corona bereits zum zweiten Mal keine Prozession

Ihre Karfreitagsprozession haben sich die Lohrer, im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden, nie nehmen lassen, selbst nicht zur Zeit des Nationalsozialismus. Ohne die Pandemie würde die nun ausgesetzte Karfreitagsprozession tausende Gläubige anziehen. Doch nun werden die Lohrer zum zweiten Mal durch die Corona-Pandemie ausgebremst.

Stationenweg als Alternative

Dennoch müssen die Gläubigen nicht auf die Figuren der einzelnen Stationen verzichten: Als Ersatz hat die Pfarreiengemeinschaft 12 Apostel am Tor zum Spessart einen Stationenweg eingerichtet. Bis Karfreitag sind 13 Prozessionsfiguren in zehn Kirchen und andere Gebäude in der Innenstadt und den Stadtteilen verlegt.

In den Kirchen und den Pfarrbüros wurde eigens eine Broschüre mit meditativen Texten zu den einzelnen Stationen ausgelegt. Von den 1.500 Stück sind kaum noch welche da. Das freut Stadtpfarrer Sven Johannsen als Beweis, dass die Lohrer und die Menschen aus der Umgebung sich mit ihrer Prozession verbunden fühlen - und auch diesen besonderen Kreuzweg gehen.

Zur Begleitung des Stationenwegs hat es in den Pfarrgemeinden in der Karwoche abendliche Meditationen zu den dort aufgestellten Prozessionsstationen gegeben. Die Prozessionsfiguren werden am Karsamstag wieder in die Kapuzinerkirche zurückgebracht.

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Christen feiern heute Karfreitag. Die traditionellen Prozessionen müssen wegen der Pandemie ausfallen. Gottesdienste dürfen unter strengen Auflagen stattfinden. Der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm predigte in der Münchner Matthäuskirche.

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