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Wegen Corona: Vom mobilen Nomaden zum Dorfbewohner | BR24

© BR/Judith Zacher

Immer am Laptop, ob beim Campen oder im neuen Arbeitszimmer

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    Wegen Corona: Vom mobilen Nomaden zum Dorfbewohner

    Fast vier Jahre lang sind die gebürtige Donauwörtherin Nele Landero und ihr Mann Jalil mit dem Wohnwagen durch die Welt gezogen. Die beiden haben ihr Hobby "Campen" mit ihrer Arbeit verbunden. Corona hat ihrem Reisen ein jähes Ende bereitet.

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    Von
    • Judith Zacher

    Seit gut drei Monaten wohnen Nele und Jalil Landero in einer Dreizimmerwohnung in Riesbürg in der Nähe von Nördlingen. So lange waren sie schon seit fast vier Jahren nicht mehr am Stück an einem Ort in einer richtigen Wohnung. Denn die vergangenen Jahre sind sie fast ununterbrochen von einem Campingplatz zum nächsten gereist. Corona hat dem dann ein jähes Ende gesetzt: Im Sommer sind sie gestrandet, in Mexico. Erst nach sieben Monaten konnten sie zurück nach Deutschland.

    Reisestopp wegen Corona

    Dort haben sie beschlossen, das Reisen besser erst einmal sein zu lassen. Obwohl sie vier Jahre zuvor ihren sicheren Job als Pressesprecherin einer Stadt genau für diesen Lebenstraum, das Reisen, aufgegeben hat, ist die 41-Jährige jetzt deshalb nicht deprimiert: „Wir haben immer alles auf uns zukommen lassen, weshalb das jetzt auch nicht so schlimm war für uns. Wir haben nie lange Pläne gemacht im Voraus. Wir haben immer gesagt wir nehmen das Leben wie es kommt.“ Andere hätte es weit schlimmer getroffen, sagt sie. Ihre eigentlich Arbeit, nämlich ein Online-Camper-Magazin herauszugeben, können sie von überall aus erledigen. Während sie in den vergangenen Jahren aus aller Welt Artikel für die Seite geschrieben haben, machen sie das jetzt eben von dem kleinen Ort Riesbürg aus. Auch wenn sie hier das Internet immer wieder im Stich lässt. "Die Internetverbindung hier lässt sich - scherzhaft gesagt - mit einem kleinen Dorf in Albanien vergleichen. Immer wieder gibt es Totalausfälle", sagt die 41-Jährige. Im Vergleich zu anderen Ländern, die sie bereist hätten, sei die Internetverbindung in Deutschland oft schlechter. Für ihre neuestes Projekt braucht sie allerdings auch nicht dauernd eine gute Onlineverbindung.

    Endlich Zeit für neue Projekte

    Jetzt, wo sie für längere Zeit an einem Ort seien, habe sie endlich Zeit gefunden, ihr Buch zu schreiben. Campingtipps für Einsteiger hat sie da zusammengefasst, vom richtigen Fahrzeug über Tipps zum Campen mit Hund. Und einen Podcast hat sie gestartet, natürlich auch zum Thema campen. Ebenfalls ein Projekt, das sie seit langem verwirklichen wollte, für das ihr nur die Zeit gefehlt hat. Ihr Mann Jalil hat auch noch genügend Arbeit: er ist Fotograf und bestückt die Online Seite mit Fotos. Hier hat er noch massenhaft Material, das bearbeitet werden muss. So hat auch er genug zu tun. Wie genau es weitergeht, das wollen die beiden auf sich zukommen lassen. Ihr Wunschtraum wäre ein kleiner Bauernhof, weit draußen, mitten in der Natur. Mit einem kleinen Selbstversorgergärtchen und Platz, für ihren Hund Zoe und vielleicht auch andere Tiere. Und natürlich für ihre beiden Wohnwagen. Die haben sie noch - und werden sie vorsichtshalber auch nicht hergeben. "Sag niemals nie" - das ist das Motto von Nele und Jalil, und dem werden sie auch nach Corona treu bleiben.

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